Als ich vor einiger Zeit von Muttermilchschmuck hörte, fingen meine Augen an zu leuchten. Ich stille mein Kind vom ersten Augenblick an und das, ohne jemals Schwierigkeiten oder gar Probleme damit gehabt zu haben. Ich stille mein Kind voller Hingabe und bin täglich dankbar, dieses Erlebnis und diesen intimen Moment mit meinem Kind erleben zu dürfen. Ich empfinde die Still-Beziehung zwischen mir und meinem Kind, nämlich als etwas ganz Besonderes. Es ist eine Art unsichtbares Band was uns verbindet. Ich spüre den Herzschlag meines Kindes und mein Kind spürt meinen Herzschlag. Wir riechen uns gegenseitig, spüren unsere Emotionen und sind nah beieinander.

Und um diesen Moment verewigen zu können, ist Muttermilchschmuck einfach unglaublich schön und zeitlos

Ich recherchierte also im Internet und suchte nach verschiedenen Anbietern. Da gab es so einige. Alle hatten tollen Schmuck im Angebot, ganz gleich ob Ketten, Ringe, Ohrringe oder Broschen. Aber wer gab mir die Sicherheit, dass auch ausschließlich meine Milch dabei verwendet werden würde? Zudem fand ich die Preise doch sehr überzogen. 70, 80 und teilweise über 100€ sollte dort eine Kette mit einem winzigen Anhänger aus Muttermilch kosten.

Also begann ich zu tüfteln, um so meinen eigenen Muttermilchschmuck herzustellen zu können. Ich las mich in das Thema Muttermilchschmuck ein und eine interessante Seite, auf der anschaulich erklärt wurde, dass man mit Kuhmilch, eine Plastikähnelnde Masse herstellen könne. Galalith oder auch Milchstein genannt. Hier erwärme man die Milch gut, gebe etwas Essig hinzu und rühre alles ordentlich um. Abschließend müsse man alles nur durch ein Haarsieb geben und die plastische Masse bliebe im Sieb hängen. Daraus könne man dann beispielsweise eine Gießform ausfüllen… Klingt erstmal gar nicht so schwer. Aber ob es sich auch mit Muttermilch herstellen lies, dass stand nirgends. Also probierte ich es einfach aus. Ich goss die abgepumpte Milch in einen Topf, lies sie erwärmen und gab Essig hinzu. Bei Kuhmilch, würde sich nun das Kasein lösen, wodurch die Flüssigkeit nun zu plastischen Klumpen werden würde. Aber hier, in meinem kleinen Topf, passierte nichts. Nichtsdestotrotz, gab ich alles in das Haarsieb. Aber alles floss hindurch und am Ende blieb nichts übrig.

Schade, dachte ich mir, denn ich hätte so gern meinen Muttermilchschmuck selbst hergestellt

Aber ich lies mich nicht entmutigen und suchte weiter. Ich fand ein YouTube-Video, indem eine Frau, zugegeben, extrem langweilig erklärte, wie sie ihren MuMi-Schmuck selbst herstellte. Ihre Beschreibung klang schon plausibler für mich. Also bestellte ich ihre genannten Utensilien.

Kunstharz, Modeschmuck mit leerer Fassung und eine Spritze

Da es sich ja erstmal um einen Test-Versuch handelte, bestellte ich super günstige Modeschmuckanhänger und Ringe, anstatt mir echtes Silber zu kaufen.

Als der Modeschmuck, die Spritze und das Kunstharz Zuhause eintrafen, konnte ich es kaum abwarten, bis ich endlich mit der Arbeit loslegen konnte.

LOS GEHTS!

  1. Ich sammelte also wieder Milch, erhitze sie kurz und stellte sie, nachdem sie abgekühlt war, in den Kühlschrank.image
  2. Einen Tag darauf, nahm ich die Muttermilch aus dem Kühlschrank und zog den wässrigen Teil mit der Spritze auf und schüttete ihn fort.MuMi
  3. Den oberen, fetten Teil der Muttermilch nahm ich vorsichtig mit einem Spachtel heraus und goss ihn dann mit dem Kunstharz zusammen, rührte ordentlich herum und goss die Masse in die leere Fassung des Schmucks. Hier ist zu erwähnen, dass das Harz mit einem speziellen Härterer vorher gut vermischt sein muss, denn sonst wird die Masse nicht hart.image
  4. Etwa 24 Stunden später war die Masse auch schon fest.image

 

Kosten

Das Kunstharz kostete knapp 12 Euro. Ich nahm ein recht geruchloses, welches aus zwei Phasen bestand. Einmal aus dem  Kunstharz und einmal aus dem Härterer. Den Modeschmuck bestellte ich im Ausland. Dieser kostete mit Versand 18 Euro und bestand aus 2 Ringen und 3 Anhängern. Die Spritzen kosteten im Dreierpack etwa 3 Euro. Alles zusammen kostete mich also 33 Euro!

Nun ja, das Ergebnis sieht so aus:

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Natürlich werde ich mir noch richtigen Silberschmuck kaufen und alles nochmal machen, damit die Langlebigkeit der Schmuckstücke auch gegeben ist. Ich bin im übrigen wirklich stolz und freue mich sehr, diesen ganz besonderen Schmuck eines Tages meinem Kind schenken zu können. 

Zusatz: Bitte nicht in der Nähe von Kinder herstellen, sondern in einem gut belüfteten Raum. Außerdem sollten Handschuhe bei der Arbeit getragen werden…