„Gehen Sie nach Hause und haben Sie Sex…“ – Schwanger trotz Endometriosezyste

Schwanger trotz Endometriosezyste: Mein Sohn ist knapp ein Jahr alt und unser absolutes Wunschkind. Nach der Diagnose Endometriosezyste, hatte ich wirklich Angst davor, ob ich überhaupt jemals schwanger werden könnte. Der OP-Termin zur Entfernung der Endometriosezyste oder wie man im Fachjargon sagt: Endometriosesanierung, stand schon grob fest und die Ärzte im Krankenhaus hatten mich schon untersucht, als ich plötzlich den positiven Schwangerschafttest in den Händen hielt. Natürlich waren wir überglücklich und die OP war somit erstmal hinfällig und ich wurde schwanger trotz Endometriosezyste.

Was ist eine Endometriose?

Bevor ich überhaupt gesagt bekam, dass ich vermutlich an einer Endometriosezyste leide, hatte ich Jahre zuvor immer wiederkehrende und sehr starke Menstruationsschmerzen. Sowohl Unterleibs-, als auch Rückenschmerzen plagten mich jeden Monat. Wehenartig kam der Schmerz und hielt für mehrere Tage an. Eine Endometriose ist eine Erkrankung bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Bei jeder Regelblutung, wird Gebärmutterschleimhaut in die naheliegenden Organe gesprenkelt.

Als ich die Diagnose Endometriosezyste bekam, wusste ich mit der Krankheit noch nichts anzufangen. Erst beim Gespräch mit der Ärztin und als ich von einer Bekannten erfuhr, dass diese seit Jahren ungewollt kinderlos blieb, eben aufgrund von Endometriosezysten, begann ich mich weiterhin über die Krankheit zu informieren.

Diagnose: Endometriosezyste

Als ich vor zwei Jahren zur routinemäßigen Untersuchung bei meiner Frauenärztin war, wurde sie während der Untersuchung plötzlich ganz still. Ich merkte, dass irgendwas nicht stimmte. Am Bildschirm des Ultraschallgerätes, sah ich plötzlich ein „Ei“, was nicht aussah, als würde es dorthin gehören. Als ich die Frauenärztin darauf ansprach, gab sie nur flüchtig eine Antwort und beendete die Untersuchung. Im Nachgespräch erklärte mir Sie mir aber, dass ich vermutlich eine Endometriosezyste hätte.

Natürliche wusste ich erstmal nichts mit dem Begriff anzufangen

Als der Begriff „Kinderlos“ fiel, wurde mir aber plötzlich ganz schlecht und ich harkte weiter nach. Das Gespräch lief weiter, Sie erklärte mir etwas über die Krankheit und fragte mich, ob wir den aktuell einen Kinderwunsch hätten. Ich verneinte, denn Kinder waren eigentlich erst später geplant. Zwar wünschte ich mir schon ein Kind, da ich aber gerade im Studium war, wollten wir uns noch etwas Zeit lassen. Dann plötzlich, begann sie zu grinsen und sagte: „Sie sind doch reif genug für ein Kind und den perfekten Zeitpunkt für ein Kind gibt es auch nicht. Gehen Sie nach Hause, haben Sie Sex und machen Sie ein Kind.“ Ich war erst einmal verdutzt. Erst hörte ich den Begriff Kinderlos und plötzlich sollten wir ein Kind zeugen?! „Das beste Mittel gegen eine Endometriose ist eine Schwangerschaft“, gab Sie mir noch mit auf den Weg.

Nun ja. Da ich mich auf so eine vage Diagnose erstmal nicht einstellen wollte, suchte ich eine spezielle Klinik für Endometrioseerkrankungen auf und lies mich dort beraten. Der zuständige Arzt verunsicherte mich aber nur noch mehr und machte mir regelrecht Angst. Er malte mir auf, wie viel Prozent meines Eierstocks nicht mehr produktionsfähig seinen und riet mir zur OP, zur Entfernung und Sanierung der Endometrioseherde.

Seinem Rat folgte ich auch…

Natürlich waren vorab erst einmal Gespräche mit meinem Partner nötig, um uns über das Thema Kinderkriegen etwas klarer zu werden. Wir merkten, dass wir einem Kind derzeit gegenüber doch nicht abgeneigt waren und uns sogar darüber freuen würden. Wir ließen uns etwas Zeit und sprachen ein paar Tage später nochmal darüber.

Als feststand, dass wir bereit für ein Kind waren, folgten wir dem Rat der Ärztin, natürlich auch in der Hoffnung an einer OP herum zu kommen.

Denn das tückische an einer Endometriose ist, dass sie trotz erfolgreicher Entfernung immer wieder kommen kann und es in vielen Fällen leider auch tut. Und ihr seht: Es hat geklappt.

Ich wurde schwanger trotz Endometriosezyste!

Ich hoffe mit diesem Beitrag kann ich den kinderlosen unter euch Mut machen. Als ich zum Vorgespräch ins Krankenhaus gefahren bin, war die Zyste etwas über 6 cm groß. Heute nach der Geburt, ist sie nicht einmal 2cm klein. Natürlich ist es kein Garant das sie nicht mehr wieder kommt, aber trotz Endometriosezyste, bin ich sehr schnell schwanger geworden. Wer sich über das Thema Endometriose gern weiter informieren möchte, für den habe ich hier einen interessanten Link.

8 Kommentare

  1. Hallo Nina,
    vielen Dank für den informativen Beitrag. Kannte ich bisher nicht. Aber ist ja auch so, so lang man nicht selbst betroffen ist… kennt man vieles nicht.
    Ein Lob auch an diesen privaten Einblick.
    Viele Grüße und Glückwünsche
    Mel

    1. nina sagt: Antworten

      Liebe Mel, vielen Dank für dein Lob. Bevor ich die Diagnose bekam, kannte ich die Krankheit auch nicht. Mittlerweile weiß ich aber, dass es weiter Fälle in meiner Familie gibt und eine Cousine deshalb auch leider keine Kinder mehr bekommen konnte. LG

  2. Echt ein toller Beitrag. Ich war wegen Endometriose Verdacht bei meiner Frauenärztin aber sie riet mir von einer genaueren Untersuchung ab und meinte ich sollte lieber eine Pillentherapie machen.
    Vorallem meinte sie, dass wenn man die Schmerzen nicht durchgehend hat ist nichts. Dass ich es auch eine Woche vor der Periode so schlimm hab darauf ging sie nicht ein. 🙁
    Ich versuche halt jetzt mal die Therapie. Wir haben zwar schon ein Kind aber wir wollen ein zweites daher war meine Sorge nun schon da, dass ich kein Kind mehr deswegen bekommen kann. Aber du hast mir nun eindeutig Hoffnung gemacht. 🙂

    1. nina sagt: Antworten

      Ja, manchmal urteilen Ärzte vorschnell und raten mal schnell zur OP, ohne dass es einen richtigen Grund gibt. Ich wünsche euch viel Glück und natürlich auch viel Spaß beim Baby machen 🙂 – Wenn es geklappt hat, freue ich mich, wenn du mir Bescheid gibst 🙂 GLG

  3. Vielen Dank, dass du deine Story mit uns teilst!

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA || INSTAGRAM || FACEBOOK

  4. Julia sagt: Antworten

    Hallo Nina,
    toll, dass du darüber schreibst!
    Mein Frauenarzt hat bei mir im letzten Jahr auch mehrere dieser Zysten entdeckt und gesagt, dass es bedeuten kann, dass ich keine Kinder bekomme. Es kann aber auch ganz problemlos klappen, er hat alles schon gehabt. Er hat mir also geraten, dass wir uns damit beschäftigen, wenn ein Kinderwunsch besteht.
    Danach habe ich von meiner Mutter erfahren, dass meine Tante das auch hat. Und eine Kollegin bestätigte mir das gleiche. Und sagte sogar, dass viele Frauen das haben, ohne es zu wissen oder überhaupt davon zu erfahren. Und, dass davon oftmals die Schmerzen während der Periode kommen, die alle für normal halten, weil sie es nicht anders kennen. Das hat mich schon sehr verwirrt, aber ich habe es erstmal dabei belassen und bin gespannt, was auf mich dann in den nächsten Jahren zu kommt…

  5. Danke Nina, ein sehr gutes Thema, das mich (leider) auch beschäftigt. Du machst mir Hoffnung und endlich bekomme ich das Gefühl, dass nicht nur ich das habe! Danke für den tollen Beitrag!! LG von Mamiplatz

    1. nina sagt: Antworten

      Nein, natürlich bist du nicht allein. Es gibt so viele Frauen, die es (unwissend) haben und erkrankt sind. Ich hoffe die Medizin findet irgendwann eine passende Lösung, ohne das man operiert werden muss. LG

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