Alltagsstress

Das das Leben mit einem Kind anders werden würde, konnte ich mir im Vorfeld denken. Doch das es SO anders werden würde,  hätte ich mir absolut nicht vorstellen können. Wie ich mich als Frau und wir uns als Paar verändert haben, wie unser Baby unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat und wie wir dem Alltagsstress trotzen, erzähle ich euch heute.

Alltagsstress?

Seit Mini-Me auf der Welt ist, ist die Zeit die jeder für sich alleine hat, aber auch die Zeit die wir als Paar haben echt rar geworden. Gerade ich habe wirklich kaum Zeit für mich allein, denn Mini-Me ist ein absolutes Mama-Kind und folgt mir auf Schritt und Tritt. Selbst wenn Papa Zuhause ist, weicht der Kleine kaum von meiner Seite. Das ist auch vollkommen ok, denn ich habe mich daran gewöhnt. Manchmal ist es aber auch etwas anstrengend.

Und damit abends jeder etwas mehr Zeit für sich hat, teilen wir uns die Zeit im Bad. Während er auf dem Klo sitzt, putze ich mir die Zähne oder anders herum. Mittlerweile kann jeder sowohl das große, als auch das kleine Geschäft vor dem jeweils anderen machen. Die Hemmschwelle ist gaaaanz tief gesunken und die Scham ist auf dem niedrigsten Niveau aller Zeiten. Wir bohren vor einander in der Nase, er kratzt sich am Hintern und ich rülpse ganz ungeniert vor ihm auf der Couch.

Die Erotik ist dem Alltag gewichen.

Ja, ab und an (ok, zugegeben – die meiste Zeit) leben wir wie zwei Kumpels die sich eine WG teilen, nebeneinander her. So stört es mich zum Beispiel nicht, wenn er sich in kaputter Boxershorts und heraus baumelnden Eiern die Fußnägel vor mir schneidet. Ein lustiger Anblick, aber irgendwie schon Normalität. Das ich seit fast einem Jahr nur noch einen Dutt trage und meine Achselbehaarung mittlerweile einem Urwald gleicht, stört ihn glücklicherweise nicht. Und obwohl ich manchmal nach dem Abendessen erst merke, dass ich mir den ganzen Tag noch keine Zähne geputzt habe, habe ich keinen Mundgeruch. Cool oder?

Wir als Eltern haben so gut wie keine Zeit zu zweit und wenn doch, dann macht jeder das, was er am liebsten mag. Aber bitte nichts gemeinsames, dass wäre ja doof…

Thema Beauty…

Ein Freund von viel Schminke war ich noch nie. Doch Wimperntusche durfte eigentlich nie fehlen. Das erste und einzige Mal, dass ich mich in über zehn Monaten geschminkt habe, war für die Weihnachtsfeier meines Partners. Und würden dort nicht so viele Frauen arbeiten, hätte ich selbst das nicht getan. Mein Aussehen ist mir mittlerweile relativ egal. Man könnte sogar meinen, ich würde mich ein wenig gehen lassen…

Mittlerweile hat es sich bei uns eingebürgert, dass wir zwei Mal die Woche baden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ausnahme: Es steht ein Besuch beim Arzt an, oder es hat sich Besuch in Form der Schwiegereltern angekündigt. Dann duschen oder baden wir auch öfter.

Und der Haushalt?

Unsere Müllsäcke lagern sich meist mehrerer Tage auf dem Balkon, bevor sie samstags im großen Stil zum Müll gebracht werden. Gleiches gilt für die Wäsche. Die lagert allerdings nicht auf dem Balkon, sondern auf dem Bett oder in Wäschekörben. Da ich und Mini-Me derzeit aus dem Schlafzimmer ausquartiert sind, ist auf unserem Seite des Bettes genügend Platz, um mehrere Berge voller Wäsche darauf verweilen zu lassen. Als neuer Schrankersatz hat sich das Bett auf jeden Fall schon mal bezahlt gemacht. Der Alltagsstress hat uns also nicht nur uns, sondern auch unseren Haushalt voll im Griff…

Meinen Blog schreibe ich generell fast nur noch auf dem Handy, da ich abends keine Muse mehr habe und tagsüber, wenn Mini-Me schläft, nicht von seiner Seite weichen darf. Ich bleibe neben ihm liegen, denn sonst wird er wach. So bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Texte auf dem Handy vorzuschreiben.

Alltagsstress

Der Wäschekorb quillt über…

Outdoor:

Ich war seit fast einem Jahr nicht mehr als ein paar läppische Kilometer von unserem zuhause entfernt. Mini-Me hat nämlich ein „Sitzproblem“. Egal ob Hochstuhl oder Kindersitz, mein Sohn möchte nicht sitzen. Seit dem er 9 Monate alt ist kann er laufen und findet alles andere ziemlich doof. Unser Gassigänge werden dafür aber zunehmend länger, da Mini-Me sich beim Laufen jeden Halm und jeden Stein mehrfach anschauen muss. So kenne ich unsere Nachbarschaft mittlerweile sehr genau, war aber schon Monate nicht bei Verwandten zu Besuch.

Wenn ich das alles so lese, klingt das nicht gerade beneidenswert. Ist aber alles halb so schlimm! Die Phase der Überforderung ist rum, ich habe unser derzeitiges Leben akzeptiert und weiß, dass auch wieder andere Zeiten kommen… So in 4 oder 5 Jahren vielleicht ;)…

Und jetzt seid ihr dran – ich freue mich über eure Outings! Kennt ihr auch Alltagsstress und wenn ja, wie geht ihr mit ihm um?

Alles Liebe!
Eure Nina