Macht es Sinn die Beziehung weiterzuführen? Lohnt es sich noch weiter zu kämpfen? Habe ich innerlich schon abgeschlossen oder sollte ich uns als Paar doch noch eine Chance geben? Was wird aus dem Kind? Was wird aus mir?

Viele Fragen, die mich in den letzten Monaten und gerade in den letzten Woche sehr bewegt haben. Es lief alles andere als rund. Alle paar Tage ein Streit. Und dann so heftig, dass dabei meist die ganze Beziehung in Frage gestellt wurde.

Wir schlafen schon seit Monaten in getrennten Schlafzimmern, weil Mini-Me’s Papa wirklich extrem schnarcht. Außerdem ist das wirklich schöne selbstgebaute 2,40m Bett einfach zu hoch und ich habe Angst, dass der Kleine im Schlaf herausfallen könnte. So ist es nicht wunderlich, dass wir fast keine Zweisamkeit und wenig Intimität haben. Das liegt aber nicht nur am der Schlafsituation, sondern auch daran, dass wir uns so oft streiten.

Schon morgens begann der Streit.

Sobald Mini-Me’s Papa aufstand, hatte er schon schlechte Laune. Ich muss dazu sagen, dass er sich vor einigen Wochen selbstständig gemacht hat und seitdem von Zuhause aus arbeitet. Ich wusste schon, dass das nicht gut gehen wird, denn wenn man fast den ganzen Tag aufeinander hockt, hat man sich bald einfach nichts mehr zu erzählen und die Streitigkeiten beginnen.

Und so kam es dann auch. Plötzlich störten ihn die banalsten Dinge. Das Kind sei zu laut, der Hund zu hektisch und ich, natürlich wie soll es anders sein, zu unordentlich. Egal was wir auch taten, wir gingen einander nur noch auf die Nerven.

Hinzu kam bei ihm, dass er krank wurde und ihn seine Allergie quälte. Er bekam starken Heuschnupfen, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit. Alles plagte ihn 3/4 des Tages.

Und das nervte mich!

Denn ich habe auch manchmal Kopfschmerzen, mir war auch schon richtig übel und mir ging es auch schon öfter einfach nicht so super… Aber ich konnte mich nicht ausruhen. Ich musste mich weiterhin um alles kümmern. Und plötzlich, ganz abgesehen von der vielen Arbeit, seinen benötigten Ruhephasen und dem ganzen Streit, war er plötzlich noch weniger greifbar.

Mein Unverständnis ärgerte ihn und so kam es wie es kommen musste. Er beendete mehrere Male im Streit die Beziehung. Anfänglich nahm ich es nicht besonders ernst, doch je öfter er Schluss machte, desto weniger Interesse hatte ich noch an ihm. Mich verletze seine Unberechenbarkeit. Ich war es leid und wollte das alles nicht mehr. Ich wollte einen verlässlichen Partner, jemanden der nicht gleich Schluss macht. Ich hatte keinen Halt von seiner Seite, denn er war zwar anwesend aber nicht greifbar. Ich fühlte mich allein gelassen und hatte kaum Hoffnung, dass wir es nochmal hinbekommen würden.

Ja, wir haben uns zum Teil auch auseinander gelebt. Das muss man einfach so sagen. Aber auch die ständigen Streitereien, Höhen und Tiefen, das ständige beenden der Beziehung und die gegenseitige Schuldzuweisungen haben viel kaputt gemacht. Natürlich habe auch ich meinen Teil dazu beigetragen, doch ich schreibe ja gerade aus meiner Perspektive.

Erschwerend kommt hinzu, dass er sich nicht mehr sicher ist, ob er jemals mehrere Kinder möchte. Dies wäre für mich ein allerdings absoluter Trennungsgrund, denn ich wollte schon immer eine große Familie mit vielen Kindern.

Ihr seht: bei mir geht es derzeit drunter und drüber. Umso mehr bin ich glücklich Mini-Me bei mir zu haben. Er lenkt mich ab, bringt mich zum Lachen und lässt mich die Kräftezerrenden Streitereien manchmal vergessen.

Und nun?

Mini-Me’s Papa hat nun seit kurzem ein Büro angemietet. Und ich gestehe, dass ich es sehr genieße, dass er tagsüber nicht mehr Zuhause ist. Ich kann endlich wieder nach meinem Rhythmus leben, brauche keine Angst zu haben, dass ihn jemand bei der Arbeit stört und kann endlich mal wieder entspannen. Ihm geht es ähnlich. Er ist wesentlich besser gelaunt wenn er nach Hause kommt und ist froh, nicht den ganzen Tag Lärm um sich zu haben.

Wir haben uns eine ungefähre Deadline gesetzt und warten noch ein paar Wochen ab was passiert. Werden wir wieder näher zueinander finden, wird seine Laune besser werden und wird er sich sicher werden, ob er doch noch jemals mehrere Kinder möchte, dann bleiben wir natürlich weiterhin zusammen. Merken wir aber, dass sich nichts ändert, werde ich die Wohnung verlassen und ausziehen.

Das hört sich jetzt vielleicht alles ganz leicht an und man könnte meinen, dass mich das gar nicht besonders interessiert. Doch so ist es nicht. Ich habe auch Ängste. Werde ich es alleine schaffen? Wie wird es werden? Werde ich für Mini-Me stark sein und wird der Kleine eine Trennung und einen Auszug gut verkraften? Doch soweit möchte ich nun erstmal nicht denken. Wir werden sehen was die Zukunft bringt.

Ich werde berichten…

Alles Liebe
Eure Nina!