Schon letztes Jahr, hatte ich den Versuch einer Internetfreien Woche gewagt. Leider konnte ich mein Vorhaben nicht durchhalten und habe viel früher als gedacht aufgegeben.

Mittlerweile, wenn ich mir Mini-Me so ansehe, könnte ich manchmal weinen… Weinen, weil die Zeit, in der er ruhig und besonnen in meinen Armen lag viel zu schnell um gegangen ist. Er ist einfach viel, viel, viel zu schnell groß geworden! Und ich bereue es, viel zu viel Zeit am Handy verbracht zu haben.

Mein Handy ist immer bei mir…

Das Gute daran ist, dass ich Tausende von Fotos – genau im „richtigen“ Moment, machen konnte. Tolle Erinnerungen, die ich festhalten konnte.

Doch das ist auch das einzig Gute daran, dass ich das Handy immer bei mir hatte. Das Schlechte ist nämlich, – und das überwiegt vollkommen – dass ich manchmal einfach eine kleine Auszeit brauchte und zwischendrin immer und immer wieder aufs Handy gestarrt habe.

Gerade als ich mit dem Bloggen begonnen habe.

Mini-Me war zu diesem Zeitpunkt noch sehr sehr klein. Ich war neugierig wie der Blog ankommt, wollte andere Blogs kennenlernen und wollte natürlich auch mit den großen Blogs miteifern. So ging das ein paar Monate lang. Bis ich merkte, wie ich wirklich abtriftete. Meine Gedanken kreisten fast rund-um-die-Uhr um den Blog. Ich schrieb täglich einen Artikel, arbeitete wie doof und vergas in dem ganzen Wahnsinn, mein kleines Baby. Als mir das alles bewusst wurde, begann ich bitterlich an zu weinen. Ich hatte mir nichts sehnlicher als ein Baby gewünscht und nun war mein Baby plötzlich nicht mehr die Nummer eins.

Seit dieser Erkenntnis, hat sich einiges an meiner Einstellung verändert. Ich schreibe nicht mehr täglich Artikel, schaue mir wesentlich weniger andere Blogs an – wirklich nur noch Artikel die mich richtig Interessen und ich lege weniger Wert auf die Konkurrenz. Ich schaue kaum noch nach meinen Besucherzahlen und habe dieses Konkurrenzdenken abgelegt.

Und damit geht es mir gut!

Doch trotzdem erwische ich mich immer noch dabei, wie ich viel viel viel zu viel Zeit an meinem Handy verbringe. Sei es bei EbayKleinanzeigen, bei Whatsapp, bei Facebook oder generell im Internet. Weil ich mir hundert Schnittmuster ansehe, weil ich mich genau jetzt über dies und jenes erkundigen will, weil ich wissen möchte was der Unterschied zwischen X und Y ist… Schrecklich! Keine Sekunde kann ich warten. Und wenn doch, habe ich das was ich machen wollte nach kurzer Zeit schon 3x vergessen.

Und weil ich weiß, wie abhängig ich davon bin und wie mir diese Sucht selbst auf den Nerv geht, versuche ich immer öfter Handyfreie Zeiten und Zonen einzuführen.

Beispielsweise nehme ich mein Handy fast nicht mehr mit nach draußen. Wenn ich mit Mini-Me auf dem Balkon, im Garten oder generell in der Natur bin, versuche ich mich nur noch auf ihn zu konzentrieren und lasse mein Handy bewusst daheim liegen. Auch beim einkaufen lasse ich es die meiste Zeit Zuhause. Beim Essen und Spielen versuche ich ebenfalls das Handy nicht griffbereit zu haben.

Bisher klappt es ganz gut. Doch wehe ich bin zurück, dann schaue ich gleich erstmal aufs Handy. Das ist zwar auch nicht wirklich toll, aber immerhin vernachlässige ich meine Umwelt nicht und versuche mich vom Suchtfaktor Internet zu entfernen.

Oft wünsche ich mir ein Leben, ganz ohne Internet.

Das wäre schon toll! Doch ich glaube, dass es gerade für jüngere Menschen sehr schwer ist, da diese mit dem Medium Internet groß geworden sind. Wir kennen kaum noch eine Welt, in der nicht alles hier und jetzt greifbar ist. Vieles bringt Vorteile. Doch auch vieles birgt Nachteile und sogar Gefahren. Die Folgen, werden wir erst in der Zukunft sehen. Dann wenn es zu spät ist. Deshalb sollte jeder seinen eigenen Konsum überdecken. Was ist gesund? Was ist ungesund? Schade ich mir selbst? Schade ich meiner Umwelt?

Ich hoffe ihr fühlt euch selbst nicht angesprochen, sondern habt einen besseren, gesünderen Umgang mit euren Handys und dem Internet. Falls auch ihr viel zu viel Zeit am Handy verbringt, versucht doch auch einmal Handy- und Internetfreie Zeiten und Zonen einzuführen.

 

Alles Liebe!
Eure Nina