Ja! Schluss damit! Schluss mit den Gedanken, seinem Kind stets und ständig etwas „Besonderes“ bieten zu müssen. Lange habe ich mir fast schon Vorwürfe gemacht, dass ich nicht jeden Tag mit dem Kind auf den tollen Indoor-Spielplatz, zu anderen Kindern oder in den großen Park gehe. Fast täglich habe ich versucht Treffen mit anderen Müttern und Kindern zu planen, damit Mini-Me „etwas zu tun hat“. Natürlich wollte ich nur das Beste für ihn… Doch was ist das Beste? Ist gut, gut genug? Was braucht es um mein Kind glücklich zu machen und wo bleibe ich bei der ganzen Sache?

Wir gehen täglich raus – doch mittlerweile meist ohne Ziel!

Und das sind die besten Tage. Tage, an denen ich keine Erwartungen habe. Tage, an denen sowohl Mini-Me als auch ich Langeweile haben.
Langeweile lässt einen die tollsten Dinge tun – und das gilt nicht nur für Kinder. Wir haben neue Sachen, direkt in der Nachbarschaft entdeckt. Wir haben neue Menschen kennen gelernt. Tiere entdeckt. Gespielt. Getanzt. Gesucht. Und gefunden. Kostenlos. Ohne einen einzigen Cent.

Wir finden wunderschöne Steine, entdecken Löcher im Baum, finden Haselnüsse, Kastanien oder Tannenzapfen. Wir lernen die natürlichen Unebenheiten des Bodens kennen. Besteigen Hügel und rennen sie anschließend wieder herunter. Wir legen uns auf den Boden. Wir hüpfen auf und ab. Wir sind frei.

Tage an denen wir uns langweilen, sind im Nachhinein oft die schönsten gewesen!

Gestern war so ein Tag…

Dank der Mittagshitze, gehe ich mit Mini-Me erst ab dem frühen Abend wieder nach draußen. Das nörgelnde und zahnende Kind stand natürlich den ganzen Mittag über an der Tür und wollte raus. Er quengelte, weinte und meckerte durchgehend und ich war froh, als wir endlich draußen waren.

Draußen traf ich dann plötzlich eine nette Mutti mit ihrer kleinen Tochter. Keine 5 Minuten später kamen auch die anderen Nachbarskinder nach draußen gelaufen. Die großen Kinder spielten Fußball und die kleinen Kinder spielten fangen, fuhren Laufrad oder spielten Ball. Eine tolle Mischung. Eine Mischung aus Kindern jeden Alters. Eine Mischung aus vielen Nationen. Eine Mischung aus Jungen und Mädchen.

Jedes Kind hatte bis dato seine Position, doch je mehr Kinder hinzu kamen, desto öfter änderten sich die Positionen. Das jüngste Kind wird plötzlich von einem noch jüngeren Kind abgelöst und ist nun nicht mehr das jüngste Kind. Der Älteste, der gegenüber seinen Freunden immer den Starken spielt, spielt plötzlich mit den kleinen Kindern und ist plötzlich gar nicht mehr so stark… Und wisst ihr was das Schönste war? Es gab keine Handys!

Alles was wir brauchen liegt in der Natur…

Die Natur hat so viel zu bieten, dass wir im Grunde nicht anderes bräuchten. Selbst wir Erwachsenen können dort noch so viel Neues entdecken. Wir sollten unseren Kindern deshalb viel öfter dir Natur bieten. Freie Zeit. Keine Hektik. Freiheit. Ich wünsche mir für jedes Kind, ein bisschen mehr Zeit in der Natur erleben zu dürfen – Um sich selbst, aber auch die Natur besser kennen zu lernen.

Alles Liebe!
Eure Nina