So schnell kann ein Urlaub zu Ende sein. Er hat nichtmal begonnen, da war er auch schon zu Ende. Wie schön wäre es doch gewesen, wenn einfach mal alles nach Plan gelaufen wäre… Aber von vorn:

Spontan und recht kurzfristig, haben wir unseren ersten Urlaub mit Kind geplant. Etwa eineinhalb Wochen Vorlaufzeit hatten wir Zeit um alles zu packen und auf die Beine zu stellen. Kurz nachdem wir die Ferienwohnung gebucht hatten, wurde ich täglich nervöser. Nervöser, weil wir ein Autoschreikind haben. Nervöser, weil ich Angst vor einer kurzfristigen Erkrankung von Mini-Me hatte. Nervöser, weil ich ein ungutes Gefühl hatte.

Ich glaube, ich hätte schon viel eher auf mein Bauchgefühl hören, und mich nicht von der Euphorie übermannen lassen sollen. Schon Tage vor Reiseantritt, war ich extrem schlecht gelaunt. Ich war ungerecht, hatte absolut kein Nervenkostüm und war sehr sehr angespannt. Bei Freunden ließ ich Mini-Me nicht im Garten spielen, da er ja kurz vor Reiseantritt hätte krank werden könnte. Ich ging nicht auf den großen Spielplatz um einer riesigen Menschenmenge aus dem Weg zu gehen und so auch potentiellen Krankheitserregern und ich würde übervorsichtig.

Und warum?

Alles nur, damit wir nicht mit einem kranken Kind Auto fahren müssen. Die Erfahrung hat mir nämlich gezeigt, dass der Kleine noch viel viel viel schlechter Auto fährt, wenn er krank ist.

Dienstags sollte es los gehen und freitags wurde der Kleine dann doch krank! Tolles Timing, oder?

Zwischen Vorfreude und dem ungutem Gefühl, dass wir es nicht schaffen!

Ich schrieb mir am Abend zuvor noch eine Liste mit Dingen, die ich am Abreisetag noch zu erledigen hatte. Nachdem ich dann den Kleinen fertig gemacht, die Matratze zum Lüften umgedreht und das Bettgitter herausgestellt hatte, ging die Fahrt los. Doch schon nach kurzer Zeit fing der Kleine an zu meckern. Da wo wir guter Dinge waren, dass er 1 – 1,5 Stunden durchhalten würde, war plötzlich nach 20 Minuten Schicht im Schacht. Ich fuhr also auf einen Rastplatz, stieg aus und tauschte die Plätze mit Mini-Me’s Papa. Ich holte den Kleinen aus dem Sitz und ließ ihn etwas im Auto herum turnen. Alles in der Hoffnung, dass er sich nach einer Weile ausgetobt hat und wir locker flockig weiterfahren können. Doch Pustekuchen! Er ließ sich einfach nicht in seinen Sitz setzen. Ich versuchte ihn mit Spielzeug und essen zu bestechen, drehte die Musik auf, sang, machte mich zum Affen… Aber es half alles nichts, Mini-Me schrieb sich in Rage und weinte in einer Tour. Als wir trotzdem weiterfuhren und er sich einfach nicht beruhigen lies, beschlossen wir umzudrehen, den Kleinen schlafen zu lassen und es dann nochmal erneut zu versuchen.

Daheim angekommen, nahm ich den Kleinen in den Sling, gab ihm die Brust und keine 10 Minuten später schlief er.

Erschöpft, angespannt und unsäglich unausgeglichen ging ich ins Wohnzimmer. Mini-Me’s Papa und ich schauten uns an und wussten plötzlich, dass wir keinen zweiten Anlauf starten wollen. Wir wollten keine Tagesfahrt mehr in Kauf nehmen. Wir wollten kein schreiendenes oder weinendes Kind mehr im Auto sitzen haben. Wir wollten keine einzige Minute mehr in diesem Auto sitzen.

Also rief ich die Vermieterin der Ferienwohnung an, erklärte unsere Lage und musste mich dabei zusammenreißen nicht zu weinen.

Ich war traurig und freudig zugleich. Traurig, weil ich wirklich einen Urlaub nötig gehabt hätte. Und freudig, weil ich wusste, dass wir es geschafft hatten. Wir haben es geschafft und die Anspannung viel langsam aber sicher von mir ab. Ich wusste, keiner von uns muss sich mehr zusammenreißen oder quälen, die bevorstehende lange Fahrt zu überstehen.

Mini-Me’s Papa legte sich derweilen ins Bett um noch etwas zu schlafen und ich setzte mich auf die Couch. Uff. Verschnaufen. Abschalten. Doch ich blieb nicht lange allein, denn plötzlich kam mein Partner zurück auf die Couch. „Was hältst du davon, wenn wir einfach zu meinen Eltern fahren und dort ein paar schöne Tage verbringen? Die sind auch im Urlaub und so hätten wir das Haus für uns.“

Erst war ich etwas abgeneigt, doch zunehmen empfand ich Freude bei dieser Idee. Raus aus den eigenen vier Wänden. Raus aus dem Alltag. Mal etwas anderes sehen und hören. Also ließen wir die Koffer im Auto, klärten alles mit den Schwiegereltern ab und warteten bis Mini-Me wieder wach wurde.

Die Fahrt zu den Schwiegereltern verlief übrigens ohne Problem. Dort starten wir ein paar unser Partner-Projekte und bauten tolle Klettergeräte für Mini-Me. Wir gingen spazieren, ruhten uns sonst aber überwiegend aus. Die Ferienwohnung konnte ich über Facebook übrigens noch weitervermieten.

Unser Fazit aus der ganze Sache? Urlaub kann auch in der „Nähe“ schön sein – wir werden in Zukunft keinen Urlaub mehr planen und abwarten, wie der Kleine Auto fährt…

Alles Liebe!
Eure Nina