Was ein Tag! Es ist gerade halb 11 Uhr morgens und ich bin froh wenn der Tag um ist. Eigentlich wollte ich ja eine Blogpause einlegen und so gar nicht schreiben… Aber die angestaute Luft muss raus!

Aber von vorn:

Ein paar Wochen bevor ich mich dazu entschloss eine Blogpause einzulegen, bekam ich Probleme mit den Augen. Nicht etwa nur leichte, sondern schon eher unangenehme. Also ging ich zum Hausarzt. Dieser untersuchte mein Blut und überwies mich zum Neurologen. Gott sei Dank bekam ich dort schnell einen Termin.

Und dieser Termin war heute…

Um 8:00 Uhr sollte ich dort sein. Samt Kind und Kegel, denn wer passt währenddessen ich das EEG geschrieben bekommen sollte, sonst auf Mini-Me auf? Allein die Uhrzeit bereitet mir schon etwas Kopfzerbrechen, denn der Kleine ist um diese Uhrzeit, meist noch gar sind so Fahrfreudig. „Nicht sprechen, Augen zu und entspannen“, erklärte mir eine freundliche Arzthelferin, als sie mich an das EEG angeschlossen hatte und den Raum verlies.

Anfänglich blieb der Kleine auch noch ganz locker auf Papas Schoss sitzen und lies sich vom dudelnden YouTube-Video ablenken. Nach etwa der Hälfte der Zeit, wollte er aber zu mir. Leider konnte ich nicht mit ihm kommunizieren, denn ich lag mit geöffnetem Mund und geschlossenen Augen auf einem Sessel und war an das Gerät angeschlossen. Also steigerte er sich bin kürzester Zeit in Rage und lies sich nicht mehr beruhigen. Natürlich eine blöde Situation, aber hey, immerhin hatte ich die Hälfte der Zeit hinter mir und war mir sicher, dass dies auch dem Arzt reichen würde.

Doch plötzlich wurde die Tür fast schon aufgerissen, eine andere weit aus unfreundlichere Arzthelferin kam ins Zimmer und wirft Papa samt schreiendem und weinendem Kind nach draußen. „Ich lasse alles nochmal 5 Minuten weiterlaufen, sonst war ja alles umsonst!!! Sie müssen sich entspannen.“ Joooooo! Und genau ab da, konnte ich dann natürlich absolut nicht mehr entspannen. Ich war völlig fertig, denn ich hörte den Kleinen vor dem Zimmer stehen und jämmerlich weinen. Und zwar nicht mal eben kurz und leise, sondern laut und ich wusste, dass es ihm in diesem Moment wirklich sehr sehr schlecht gehen würde. Er verstand natürlich nicht wieso er nicht zu mir durfte und dann auch noch von mir weggerissen zu werden, wo er doch gerade zu mir wollte, war zu viel für ihn…

Als die Schreie und das Weinen plötzlich leiser wurden, dachte ich erst, er hätte sich beruhigt. Doch als die Arzthelferin herein kam und mir sagte, dass mein Mann mit dem Kind draußen seien, wusste ich das er auch dort weiter schreien würde.

Und so war es leider auch!

Ich lief Richtung Ausgang und hörte schon das schluchzende Kind. Er war rot und völlig aufgelöst. Er schrie, weinte und wollte die ganze Zeit zu mir nach drinnen rennen. Als er mich dann endlich sah, lies Papa ihn runter und er kam sofort angerannt. So hielt ich ihn minutenlang in meinen Armen. Etwas anderes wäre auch nicht möglich gewesen, denn er war wirklich fertig. Ich setzte mich vor die Praxis, holte meine Brust heraus und stillte ihn minutenlang. Er schluchzte und schluchzte und fand nur langsam Ruhe.

Ein schreckliches Erlebnisse für alle Beteiligten. Auf die unfreundliche Arzthelferin, die meinem Sohn mit Sicherheit nicht absichtlich so zusetzten wollte, aber mit dem Rauswurf der beiden das ganze Drama nur noch schlimmer gemacht hat, hatte ich erstmal keine Lust mehr. Zudem war ich ärgerlich, dass ich ihr nicht gleich meine Meinung gesagt hätte und das Kind nicht einfach rausgeschickt hätte. Denn hier zeigt sich wieder, wie störend ein Kleinkind in den Augen vieler Menschen ist. Er hatte vorher ab und an mal geweint, sich aber nach kürzester Zeit eingekommen. Dabei konnte ich trotzdem „entspannen“, nach dem Rauswurf als ich den Kleinen aber so Hilfeweinend schreiend gehört hatte, war alles vorbei.

Meiner Meinung nach, hätte man die Situation auch anders regeln können.

Für die Zukunft werde ich solche Termine entweder so gut es geht aufschieben, oder aber so timen und Zeit einplanen, dass der Kleine nicht mitkommt (was fast unmöglich ist). Außerdem werde ich ihm alle Zeit der Welt geben, die er mit mir braucht. Er ist sehr auf mich fixiert und sehr an mich gebunden. Ich weiß, dass sich das „Problem“ (was gar keins ist!) von alleine lösen wird. Es ist ok so wie es ist und solange er mich so braucht, werde ich für ihn da sein. Die Zeit rennt nur so und irgendwann werde ich traurig sein, dass er flügge geworden ist. Auch das Thema zweites Kind ist nach dieser Situation erstmal nicht mehr so relevante, da ich wieder gemerkt habe, wie wichtig meine volle Aufmerksamkeit für Mini-Me ist.

 

Die Luft ist draußen, ihr Lieben. Das war also ein Teil meiner Woche. Ansonsten geht es uns ganz gut. Ich bin immer noch etwas angespannt, aber das lässt bestimmt auch bald nach!

 

Alles Liebe! Eure Nina