Es ist wieder eines dieser nicht endenwollenden Wochenenden. Der Papa ist daheim und der ganze Alltag steht auf dem Kopf. Keine Routine, nichts. Das fängt schon morgens an. Wo ich sonst schon mit Kind und Hund draußen gewesen wäre, überlegt Papa gerade, ob er lieber erst zum Bäcker und dann zum Supermarkt fahren soll, oder umgekehrt…

Der ewige Morgenmuffel steht so gar nicht auf Hektik und streckt sich erstmal ausgedehnt die Arme über den Kopf. Dann schleicht er gemütlich ins Wohnzimmer und nimmt sich die Ukulele von Mini-Me und klimpert darauf herum. Während ich das Frühstück mache und versuche den Kleinen irgendwie an den Tisch zu bekommen, scheint Papa noch gar nicht „da“ zu sein. Er schlendert gemütlich mit der Ukulele durchs Zimmer und spielt sein selbstgedichtetes Lied, welches er sich schon gestern Abend ausgedacht hat.

Ja so allmählich bin ich genervt.

Ich ärgere mich, dass er nichtmal an den Tisch kommen kann und zische aus der Küche ein lautes: „Bist du bald mal soweit?!!!“ heraus.

Fragend schaut er mich an. „ Was‘n los? Kaum aufgestanden ist hier schon wieder Panik.“ „Was Panik?? Das Essen ist fertig, komm doch mal an den Tisch und leg das scheiss Ding weg“, entfährt es mir.

„Kannst mich mal!“ – Zack und schon ist er weg. Beleidigt hat er sich im Bad verkrochen, denn er ist ja noch soooo müde und kann morgens einfach nicht so schnell…

Ich bin ihm zu hektisch – er ist mir zu langsam. Diese Kombination ist höchst explosiv und lässt beide Gemüter gern mal aneinander geraten. Ich explodiere und er implodiert. Da kommt Freude auf…

Es ist eben nicht immer so leicht!

Weder für ihn, noch für mich. Er hat seinen eigenen Rhythmus unter der Woche und Mini-Me und ich ebenfalls. Zurückstecken und „Probleme gemeinsam lösen, die man alleine gat nicht hätte“ ist da die Devise. Manchmal gehts gut, manchmal weniger gut.

Er hat Ansprüche. Ich hab Ansprüche. Und Mini-Me sowieso. Irgendwie gibt jeder ein Stückchen nach, aber irgendwie auch nicht. Mal streiten wir. Mal lachen wir. Wie das eben so in Beziehungen ist. Mal nerve ich ihn und manchmal er mich. Oft nerven wir uns auch gegenseitig. Aber der nächste Montag kommt bestimmt… – Und dann ist alles vergessen und man freut sich im besten Fall auf das nächste gemeinsame Wochenende.

Alles Liebe und ein entspanntes Wochenende!
Nina