Mutter sein Frau bleiben – ich schaffe es nicht! 24/7 – so oft bin ich Mutter! Es gibt kaum einen Tag, ja fast keine Stunde, an dem mein Kind nicht bei mir oder ich bei ihm bin. Die einzige Ausnahme ist, wenn er abends im Bett liegt und schläft – aber auch dann liegt er maximal 2-3 Stunden allein (im Nachbarraum) bevor ich wieder bei ihm bin.

Als ich vor einigen Tagen einen interessanten Beitrag dazu bei der lieben Frieda von 2KindChaos gelesen habe, fiel mir auf, dass mich diese Frage (unbewusst) auch seit langer Zeit beschäftigt.

In diesen 2-3 Stunden in denen der Kleine alleine im Bett schäft, könnte ich ja dann eigentlich mal wieder nur „Frau“ sein – die Mutter im Zimmer bei Mini-Me lassen und einfach mal Zeit für meinen Partner haben.

Doch wie oft bin ich das? Wie oft wird nicht doch noch vom Tag mit dem Kind erzählt? Wie oft kuschelt man einfach mal wieder – wie früher – mit dem Partner? Wie oft hat man noch Energy und Lust auf „mehr“?

Ich für meinen Teil habe darauf eher selten Lust. Es fällt mir schwer abends noch Energy für meinen Partner aufzubringen. Die Tage mit einem Zweijährigen sind eben oftmals anstrengend – gerade wenn man als Mutter tagsüber alleine mit dem Kind ist. Der Tag beginnt morgens oft schon früh und die Nächte sind eben sooft sehr sehr anstrengend! Aber nicht nur mein Mann hätte gern etwas mehr Frau, auch ich wünsche mir manchmal mehr Frau-sein für mich. Mal wieder mehr auf mein Aussehen achten, die Haare schön machen, schminken,… Doch ich muss gestehen, dass mich die offenen langen Haare nach kürzester Zeit nerven wenn ich mit Mini-Me spiele. Auch die Klamotten sehen nach ein paar Minuten wieder aus wie … – spätestens wenn der Kleine seine Nase an meinem Pulli abputzt, darf ich mich wieder umziehen. So strenge ich mich eben erst gar nicht an und bleibe in meinem Mamatrott.

Mutter sein Frau bleiben – ich schaffe es nicht!

Mein Partner fühlte sich damals sehr zurückgesetzt, hatte das Gefühl kein Teil der Familie mehr zu sein. Der Kleine war (ist) auf mich fixiert und ich auf ihn. Ich trug Mini-Me mehrere Stunden täglich und hatte somit genug Nähe den Tag über gesammelt. Ich… Doch was war mit meinem Mann?

Diese Distanz die wir tagsüber hatten, führten wie abends fort.

Ich war einfach nur müde. Zum Teil ausgelaugt. Meine Ruhe war mir in diesen Momenten wichtiger als Zärtlichkeit oder Nähe. Es war mein Bedürfnis und ich hätte mich schlecht gefühlt, hätte ich mich (nur um meinen Partner in welcher Weise zu befriedigen) schlecht gefühlt, hätte ich nicht auf meine eigenen Bedürfnisse geschaut. Sie waren mir in dem Moment sehr wichtig.

Mutter sein Frau bleiben – mit Kind nicht immer so einfach!

Lösungsansätze für Paare:

  1. Verabredet euch zu einem „Date“ (oder wie und was auch immer ihr darunter versteht).
  2. Denkt immer daran: ihr seid nicht alleine! Den allermeisten Paaren geht es so wie euch.
  3. Versucht immer im Gespräch zu bleiben – je länger euer Unbehagen in euch wirkt, desto kompromissloser seid ihr.
  4. Versucht das Beste aus der Situation zu machen – auch wenn es gerade sehr anstrengend ist, es könnte doch immer schlimmer sein, oder nicht?
  5. Versetzt euch in die Lage des anderen und entscheidet erneut welche Bedürfnisse euch wichtig sind.
  6. Manchmal muss man diese Phase einfach durchstehen und die Streitigkeiten in Kauf nehmen.

Lösungsansätze für den zurückgewiesenen Partner:

  1. Triff dich mit Freunden und habe mit ihnen eine schöne Zeit – auch Freunde können das Bedürfnis nach Nähe auffüllen
  2. Mache dir bewusst, dass es (wenn eure Partnerschaft sonst in Ordnung ist) nicht zwingend an dir liegt, sondern es einfach die Natur der Sache ist. Ein Kind bringt Veränderungen ins Leben.
  3. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen – auch wenn es gerade nicht danach aussieht.

Wie haben wir „das Problem“ gelöst?

Ganz einfach. Wir haben gestritten. Viel zu viel und viel zu oft. Die Beziehung stand schon mehr als nur einmal auf der Kippe – aber im Endeffekt hat jeder Streit und jede Beinahe-Trennung gezeigt, dass es ohne den anderen manchmal doch ganz schön blöd wäre. Wir konnten nach diesen Phasen auch meist sehr gut miteinander reden.

Ich wünsche euch eine harmonische Zeit und wünsche euch viel Frieden in euren Partnerschaften und Beziehungen – egal zu wem auch immer! Wie steht ihr zu dem Thema: Mutter sein Frau bleiben? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht wie wir?

Alles Liebe!
Eure Nina