Nina

Da wir einen Hund haben und ausgiebige Spaziergänge bei uns an der Tagesordnung sind, dachten wir, dass wir einen besonders guten und natürlich teuren Kinderwagen bräuchten… Er sollte dies haben, er sollte jenes haben. Er müsse dies und er müsse das. Nun, in der Praxis sieht es allerdings etwas anders aus als vorher gedacht. Wir haben unseren Kinderwagen ganze 9x 10x genutzt. Ein teurer Spaß, wenn man bedenkt, dass die Anschaffung mit Matratze, Netz, etc. bei 650€ lag.

Unser Kind fing nach einiger Zeit herzzerreißend an zu weinen sobald es in den Kinderwagen gelegt wurde. Es schrie und schrie und schrie und war erst zufrieden, wenn wir es aus dem Wagen holten. Ich versuchte es noch einige Male, aber jedes Mal das gleiche Spiel. Irgendwann brachte ich es nicht mehr übers Herz, unseren sonst so glücklichen Schatz in den Wagen zu legen. Wir merkten auch, dass für unsere Wald- und Feldgassigänge ein Kinderwagen wesentlich unpraktischer ist als ein Tuch oder eine Trage.
Das Kind liegt nur auf dem Rücken, was zur Hüftreifung und für die Motorik nicht gerade förderlich ist, sieht kaum etwas von seiner Umwelt und ist am aktiven Miteinander und an den sozialen Kontakt so gut wie nicht beteiligt.

Also fingen wir an, unser Baby in unserem Moby Wrap zu tragen.
Erst draußen bei unseren Spaziergängen, dann auch immer öfter in der Wohnung. Es begann eine Zeit, in der ihm alles etwas viel wurde. Wir hatten eine traumhafte Geburt und waren von Anfang an ein tolles Team, aber das kindliche Gehirn ist eben noch nicht völlig ausgereift bei seiner Geburt und so, sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen und Reizen.

Unser Kind wurde von Anfang an fast ausschließlich getragen, jedoch kaum in einem Tuch. Das Tragen im Tuch gefiel uns allen aber so gut, dass wir langsam aber sicher nach einem neuen und vor allem gewebten Tuch Ausschau hielten, denn der elastische Moby Wrap verlor mit steigendem Gewicht unseres Kindes, an Stabilität.

Ich hatte die Qual der Wahl. Unter Unmengen von Herstellern, fand ich nun Hoppediz. Ein deutsches Unternehmen, welches sich wohltätig engagiert, preislich top ist und tolle Stoffe, Muster und eine große Vielfalt an Tüchern und neuerdings auch Tragen hat.

Nun ist es so, dass unser Kind nur noch nachts das Bett sieht. Tagsüber schläft es im Tuch oder in der Trage und wenn es wach ist spielen wir auf dem Boden. Wenn ich Wäsche wasche, koche, Staub sauge, wische, backe, aufräume, mich mit Freunden treffe, einkaufe, etc. ist mein Kind mittendrin statt nur dabei. Es bekommt meine Emotionen und Gefühle mit, es reagiert auf seine Umwelt in einem ganz anderen Maße, als wenn es nur liegen würde. Ich bin stolz dieses Privileg meinem Kind mit ins Leben geben zu können.
Ein schöner Nebeneffekt: Seitdem wir unser Baby im Tuch tragen, schreit es viel weniger. Selbst in schwierigeren Phasen oder bei Krankheiten schreit es kaum. Es ist ungeheuer lebenslustig, neugierig und sehr weltoffen.
Nichts im Leben hat mich so bestätigt und bestärkt, wie das Tragen meines Kindes.

 

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