Es stinkt. Nicht nur uns, sondern auch vielen anderen Eltern. Wir reden von Puzzle- und Krabbeldecken. Immer wieder rufen Eltern bei den Verbraucherzentralen und bei Stiftung Warentest / Ökotest an und beschweren sich über übel riechende Puzzlematten. Auch wir bemerkten beim Kauf unserer Puzzlematten einen unangenehmen Geruch und brachten die Matten somit nach kurzer Zeit zurück in das Geschäft.

Die Bodenauflagen erfreuen sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, denn sie verwandeln Laminat- oder Parkettböden in Kinder- und Wohnzimmern in weiche und warme Spielplätze. Nebenbei sorgen Motivlandschaften auch noch für Spielspaß und über aufgedruckte Straßen lässt sich prima mit den Spielzeugautos fahren.
All das sind tolle Vorteile, doch niemand möchte giftige, Übelriechende und mit Schadstoffen vollgepumpte Puzzlematten für seine Kinder oder Enkel.
Puzzlematten sind in der Vergangenheit vor allem wegen Formamid aufgefallen, einem geruchlosen Schadstoff. Formamid ist ein Lösungsmittel, welches im Gegensatz zu vielen anderen nicht zwangsläufig stechend riecht.

„Es kommt als Reduktionsmittel und Industriechemikalie zum Einsatz. In Schaumstoffen wie Ethylen-Vinylacetat-Copolymer (EVA oder Moosgummi), aus dem die meisten Puzzlematten bestehen, könnte es auch aus Treibmitteln gebildet werden. Bei der Schaumstoffherstellung dienen Treibmittel zur Bildung von Gasen, die den Kunststoff aufblähen. Formamid kann sich als Nebenprodukt aus diesen Treibmitteln bilden. So kann es passieren, dass das Endprodukt mit Formamid belastet ist. Es besteht die Gefahr, dass nach und nach Formamid freigesetzt wird. Formamid ist als Gefahrstoff eingestuft, der das Erbgut sowie die Entwicklung des ungeborenen Kindes im Mutterleib schädigen kann. Bei unserem Puzzlematten-Test im Jahr 2011 enthielten 13 von 15 Produkten Formamid. Unfassbar: Das Gift steckte in Produkten, auf denen Kleinkinder stundenlang spielen.“

Das kam also 2011 bei der Stiftung Ökotest heraus, doch wie sieht es heute aus? Gibt es Alternativen zu Puzzlematten?

Da wir die Testergebnisse nicht veröffentlichen und die Hersteller auch nicht nennen dürfen, umschreiben wir die Ergebnisse nur grob.

2011 fielen die meisten Matten durch.

Entweder hatten sie zu hohe Formamidwerte, durch verschluckbare Teilchen bestand Erstickungsgefahr oder sie erhielten erhöhte Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).
PAK können im schlimmsten Fall krebserregend sein.

„Zwölf von Dreizehn Puzzlematten ließen sich während der Prüfung auf mögliche elektrostatische Oberflächenspannung durch alltagstypische Kontakte wie etwa Reibungen deutlich elektrostatisch aufladen. Testmessungen belegten außerdem, dass alle Böden die provozierten Oberflächenspannungen mehrere Minuten beibehielten beziehungsweise nur sehr langsam reduzierten. Die gemessenen Oberflächenspannungen wirken sich ungünstig auf das Raumklima aus. Staub und Reizstoffe wirbeln dann vermehrt durch die Luft.“
2014 nun der neue Test.

Dieser fiel nicht ganz so gravierend aus. Jedoch ließen sich auch hier bestimmte Chemikalien nachweisen.
Ohne die Testergebnisse lässt sich kaum herausfinden von welchen Matten die Rede ist.
Da es uns zu Hause einfach zu riskant ist und wir auf ein Plastik- und Schafstoffarmes leben setzten wollen, werden wir keine mehr Puzzlematten benutzen.

Wir werden nun Krabbelmatten nutzen. Ganz einfach, oder?
Denkste…

Auch hier fielen wir bei den Ergebnissen aus allen Wolken.
Wirkliche Freude bereitet eine Krabbeldecke nämlich nur, wenn sie frei von Schadstoffen ist. Babys liegen unter Umständen auch mal nackt auf der Unterlage und lutschen und saugen nicht selten an ihnen herum.

Im Test 2005 enthielten einige Modelle Schadstoffe, mit denen weder die Haut von Kleinkindern und schon gar nicht die Schleimhaut im Mund der Babys in Kontakt kommen sollten.

Dabei dürfte es eigentlich nicht zu viel verlangt sein, schadstofffreie Babyartikel und Spielzeug zu produzieren.
Krebserregende Farben, Plastik und gefährliche Ausdünstungen sind auch heute immer noch der Fall. Und nicht nur kleine Hersteller sind am Pranger. Nein, gerade die großen Hersteller sind uns im Test ins Auge gefallen.
Viele von ihnen erhielten im Test nur Mangelhaft. 70€ teure Krabbelmatten schnitten im Test genauso schlecht ab wie 15€ teure Matten. Man sieht, die Qualität hat auch hier wieder nichts mit dem Preis zu tun.

Also beschlossen wir auch keine weiteren Krabbeldecken zu kaufen, sondern einfache Wolldecken zu nehmen.
Erstens lernt das Kind hiermit von Anfang an, die Gefahr von harten Böden richtig einzustufen. Und zweitens ist eine natürliche Woll- oder Baumwolldecke in jedem Fall gesundheitsfreundlich für das Kind.

Wenn ihr Fälle habt, in denen ihr Auffälligkeiten in euren Puzzlematten oder Krabbeldecken bemerkt habt, wendet euch an die Verbraucherzentrale oder an die Stiftung Ökotest.