Wenn Facebook dich plötzlich sperrt. Oder warum ich Facebook noch nie mochte…

Es ist Freitag, etwa sieben Uhr. Ich wache auf, kuschle mit meinem Kind, stille es und werde so allmählich wach. Ich greife zu meinem Handy um nach zu schauen ob mein Artikel hochgeladen wurde und sehe: Konto gesperrt.

„Hmm? Wieso denn Konto gesperrt? Jetzt spinnt bestimmt wieder mein blödes Handy“, denke ich mir noch und schalte es aus und wieder an.
Und wieder: Konto gesperrt.
„Schaaaaatzzzz kommst du mal bitte, mein Konto ist gesperrt!“
Mein Schatz kommt also ins Schlafzimmer und fragt ganz verdutzt woher ich das denn wisse, ich war doch heute noch gar nicht auf der Bank…
Aha. Es gibt also noch normale Menschen, die ein Konto in erster Linie mit der Bank und nicht mit Facebook verbinden.
Ich muss aber trotzdem ein wenig lachen und erkläre ihm, dass „nur“ mein Facebook-Account gesperrt wurde.

„Ach Schatz, dass ist doch nicht so schlimm. Brauchst du doch auch nicht.“

Diesen Satz möchte ich so erst einmal stehen lassen. Denn eigentlich hatte er mit seiner Aussage auch vollkommen recht. Ich war immer eine militante Facebook-Gegnerin und wollte mich nie dort anmelden. Da es aber für ein Bloggerleben aus meiner Sicht zwangsläufig dazugehört, habe ich mich dann doch, schweren Herzens, dazu entschieden mich anzumelden.
Da ich auf Nummer sicher gehen wollte, meldete ich mich aber mit dem Namen „Nina duunddeinkind“ an und nicht mit meinem richtigen Namen.
Das dass bei Facebook, wie viele andere Dinge strengstens verboten ist, war mir bis dato nicht bewusst.

„Ach naja, dann lass ich es halt. Wollte mich ja sowieso nie dort anmelden“, wären am liebsten meine Worte gewesen.
Aber nein, ich wurde regelrecht panisch. Und anstatt einfach cool zu bleiben, denn es ging ja weder um Leben und Tot, noch um wirklich wesentliche Dinge, wurde ich hektisch.
Ich versuchte Facebook zu kontaktieren. Dies war aber schier unmöglich. Weder telefonisch, noch per Mail ist Facebook erreichbar. Erst als ich eine Kopie meines Personalausweises hinschickte, kam ein Kontakt zu Stande. Eine vorgefertigte Mail antwortete, dass mein Nachname nicht „duunddeinkind“ sei und ich somit gesperrt bin. Das meine Facebook-Seite und deren Daten, jedoch mit dem Impressum meines Blogs übereinstimmen, interessierte niemanden. Das Konto blieb gesperrt.
Mein eigenes Verhalten schockierte mich. Wegen einer virtuellen Plattform, auf der ich die Hälfte der Menschen nicht persönlich kenne, werde ich nervös und vergaß alles andere um mich herum? Worum ging es mir eigentlich dabei? Darum das mein Blog weiter aufsteigt? Das ich viele potentielle Partner finde? Um den Spaß am schreiben?
Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem gewesen.

Als ich mich wieder beruhigt hatte, war ich trotzdem traurig. Traurig, dass ich völlig aus dem Häuschen war, nur weil mein Facebook-Konto gesperrt wurde und weil ich mir meine Zeit damit vertrieben habe. Der Haushalt blieb an dem eine oder anderen Tag auf der Strecke, der Hund bekam weniger Streicheleinheiten und einige Abende mit Partner, unterlagen dem Druck schreiben und präsent sein zu müssen.

Mittlerweile sehe ich es als Zeichen.

Ein Zeichen für mich, dass wieder andere Menschen und Dinge in den Vordergrund meines Lebens rücken sollen.

Es ist ein Zeichen wie schädlich die „Sozialen Medien“ wirklich sind. Nicht nur für mich privat. Wäre ich beispielsweise ein Geschäftsmann mit Hunderttausenden von Kunden, hätte Facebook mich durch die Sperrung der Seite, (wirtschaftlich) ruinieren können. Erschreckend wie viel Macht Facebook hat!

Es ist ein Zeichen, dass mir die Augen geöffnet hat. Erst war ich hilflos. Jetzt bin ich dankbar. Dankbar, dass ich die wertvolle Zeit mit meinem Kind, meinem Partner, meinen Freunden und meiner Familie wieder bewusster nutzen werde.

Facebook ist und bleibt ein Zeitkiller. Aber nicht nur das. Facebook stellt hohe Forderungen an seine Benutzer. Andersherum, ist es aber beispielsweise nicht möglich Facebook zu in irgendeiner Form erreichen. Facebook hat weder eine Hotline, noch eine Kontaktadresse. Das Unternehmen hat lediglich vorgefertigte Frage- und Antwortleisten…

Ich hoffe, dass ich mit diesem Text ein paar Menschen zum nachdenken habe anregen können.

Da mich Facebook, trotz der Übersendung meines Personalausweises! (Eine Schande für den Datenschutz) nicht mehr auf mein Konto und auch nicht auf meine Facebook-Seite zugreifen lässt, weiß ich derzeit noch nicht, ob ich in näherer Zukunft ein neues Konto eröffnen werde.

 

Alles Liebe.
Nina