Wofür braucht man heute eigentlich noch eine Hebamme?

„Ganz klar! Ist doch logisch! Für den Geburtsvorbereitungskurs…“, dass war meine Vorstellung von dem Nutzen einer Hebamme – bevor ich schwanger wurde.
Als ich dann schwanger war, merkte ich recht schnell wie wichtig eine Hebamme für mich als werdende Mutter, aber auch für den werdenden Vater, wirklich ist.

Man sollte bedenken: Hebamme, ist nicht gleich Hebamme.

Während unseres Geburtsvorbereitungskurs merkten wir plötzlich, dass unsere Hebamme einfach nicht zu uns passte. Die Vorstellung sie nach der Geburt regelmäßig im Wochenbett zu sehen, war für uns beide gleichermaßen schlimm.
Also suchte ich mir eine neue Hebamme. Mit ihr war ich von Anfang an auf einer Wellenlänge und wir verstanden uns gut. Als ich kurz vor der Geburt plötzlich kaum Kindsbewegungen spürte, rief ich sie an. Sie kam innerhalb kürzester Zeit vorbei, hörte die Herztöne des Kindes ab, machte mir Mut und beruhigte mich.
Dreimal musste sie kommen, da es mir einfach nicht gut ging und ich mir große Sorgen machte. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt eine Hebamme gehabt, bei der ich mich nicht hätte öffnen können und die mir nicht vertraut wäre, wäre ich vielleicht in Panik verfallen. Auch nach der Geburt hatte ich keinerlei Bedenken ihr mein frischgeborenes Baby in die Arme zu legen. Man stelle sich nur mal vor wie es ist, einer Person sein Kind zu geben, die man nicht mag oder bei der man sich unwohl fühlt.
Auch heute noch, einige Monate nach der Geburt, kann ich immer noch auf meine Hebamme setzen und sie bei Fragen kontaktieren.

Eine Welt ohne Hebammen?

Unvorstellbar. Hebammen sind nicht nur Frauen, die Frauen während ihrer Schwangerschaft und Geburt begleiten, vielmehr werden sie in dieser Zeit auch zu Freundinnen. Sie begleiten Familien, helfen bei Problemen, geben Auskünfte bei Fragen und haben oft einen großen Einfluss sowohl auf die Eltern als auch auf das Baby. Während ihrer Besuche im Wochenbett, lag eine Sanftheit in der Luft. Das Baby, mein Partner und ich waren entspannt. Wir alle spürten ihre ruhige und ausgeglichene Art.

Ein großes Lob möchte ich hiermit an alle Hebammen verteilen. Hebammen sind meist die ersten, die den neuen Erdenbürger sehen oder anfassen, sie erleben täglich das Wunder der Geburt und haben es mit überglücklichen Menschen zu tun.

Sie haben aber auch einen Rund-um-die-Uhr-Job und kennen weder Wochenende noch Feiertage, sie werden schlecht bezahlt, sie dürfen sich keinerlei Fehler erlauben und trotzdem haben sie sich für diesen Beruf entschieden.
Seit der wundervollen Geburt meines Kindes, habe ich einen anderen Blick auf sie.

Sie sind für mich wahre Engel…