Als ich vor einigen Jahren in einer Grundschule gearbeitet habe und ich den Kindern die Thematik des „gesundens Essens“ näher bringen wollte, kam ich auf eine Idee.
Ich wollte mit den Kleinen erst den Film Ratatouille schauen und im Anschluss das gleichnamige Gericht mit ihnen kochen.
So hätten die Schüler schonmal eine Verbindung zum Gericht und es ist vielleicht nicht ganz so schwer, dass sie das Gemüse auch wirklich probieren.

Also setze ich mich zuhause hin und schmiedete einen Plan. Ich schaute mir den Film an, überlegte mir Fragen und stellte einen Bezug zwischen dem Gericht und dem Film her.
Ich ging einkaufen, besorgte alle Zutaten und kam voller Zuversicht in der Schule an.

Die Kinder waren natürlich außer sich als sie hörten, dass wir gemeinsam einen Film schauen werden. Jubel Jubel. Noch…

Der Film kam gut an, einige Schüler kannten ihn zwar schon, aber sie schauten ihn sich natürlich gern auch ein zweites Mal an. Alles besser als Unterricht.
Nach dem Film gab es eine Pause. Im Anschluss ging es gemeinsam in die Küche. Jeder der mochte, durfte beim waschen, schälen und schneiden des Gemüses helfen. Ich war überrascht, dass ich plötzlich so viele Helfer hatte.
Der ganze Tisch war voll besetzt.

Um auch den Kindern ein gewisses Maß an Mitsprache zu geben, durften sie sich zwischen Nudeln, Brot und Couscous entscheiden. Ganz gegen meine Vermutung, entschieden sich die Kinder für Couscous.

Das Kochen kam gut an. Der eine rührte und der andere salzte. Gemeinsam deckten wir den Tisch. Und dann kam er. Der große Moment. Meine Kolleginnen standen schon in der Tür und warteten gespannt, wie die Kinder das gesunde Menü annehmen würden.

Für mich war das natürlich alles gar keine Frage. Ich war mir ziemlich sicher, dass das Essen gut ankäme.

„Frau …, wieso ist da was grünes drin?“
„Das ist die Zucchini. Die hast du eben geschnitten, erinnerst du dich?“
„Oh neeee, ich will die nicht essen!!! Ihhh. Hanna schau mal, da ist was ekliges drin.“ „Bäää!! Leo guck mal.. Äää, also ich ess‘ das nicht!“

Und so kam es wie es wohl kommen musste. Es kam zur Kettenreaktion und ein Kind nach dem anderen verweigerte das Essen.
Dem einen war die Zucchini zu grün, dem anderen die Aubergine zu weich, der andere mochte plötzlich keine Tomaten. So fand jeder plötzlich irgendwas was nicht passte.
Egal was ich auch versuchte und wie sehr ich den Film wieder mit an den Tisch brachte, die Kinder blieben Stur. Sie wollten kein Ratatouille.

Also gab ich auf. Einen leeren Magen konnte und wollte ich den Kindern nicht zumuten und so kochten wir ein zweites Mal…

Also ihr seht. Auch mit großer Vorbereitung kann man Kinder nicht immer zum gesunden Essen austricksen.