Obwohl ich keine Zwillinge, sondern nur ein einziges kleines Mini-Me habe, lese ich den Blog Einer schreit immer von Anneliese Attersee wirklich sehr sehr gerne. Er lässt mich abschalten, lauthals lachen und manchmal ganz aufgeregt zu meinem Partner rennen und ihm kichernd das Handy mit den Worten: „Les‘ mal“ in die Hand drücken.

Vielen Dank liebe Anneliese, dass du und dein Mann uns einen Einblick in eure verrückte Welt mit euren Zwillingen gebt.

Liebe Anneliese, stell dir gerade einmal folgendes Szenario vor:

Du bist auf Durchreise in Deutschland und wartest mit deinen Koffern am Bahnhof. Der Anschlusszug hat Verspätung, Mann und Kinder kommen erst in ein paar Tagen nach, denn die Ferien beginnen erst noch. Du hast also viel Zeit, und kommst mit einer netten aber weitaus älteren Dame ins Gespräch. Irgendwann kommt ihr auf das Thema Beruf zu sprechen. Wie erklärst du ihr, dass du eine bekannte Elternbloggerin bist?

Bekannt? Bin ich das denn? Danke! 😉 Also um ehrlich zu sein weiß nicht mal meine Mutter genau wie ich mein Geld verdiene. Die Einnahmequellen sind ja auch sehr unterschiedlich, denn zum einen arbeite ich als Journalistin und PR-Texterin. Das versteht auch meine 72-jährige Mutter. Den Blog erkläre ich immer so: Ich habe eine Kolumne im Internet, in der sich alles rund um das Leben mit Zwillingen dreht. Die Kolumne wird gerne gelesen und so kann ich auf meiner Seite Werbung platzieren oder Produktempfehlungen und Tests machen. Außerdem habe ich ein eBOOK geschrieben, das man gegen Gebühr runterladen kann. Und dann kommt noch hinzu, dass ich T-Shirts in meinem Online-Shop verkaufe. Alles in allem kann man davon leben. Das Tolle an so einem Blog? Er ist eine öffentliche Visitenkarte: Beispielsweise hatte ich letztes Jahr eine Mail in meiner Mailbox mit dem Betreff: „Möchten Sie unser Buch schreiben?“. Das schmeichelt natürlich sehr und so ergeben sich einfach viele neue Möglichkeiten.

Man spürt wie gut dir das Schreiben liegt. Wie lange bloggst du schon und was war deine Motivation dahinter?

Ich bin Germanistin und ausgebildete Journalistin. Den Blog habe ich eigentlich privat für mich begonnen, aber es haben ihn einfach ziemlich bald ein paar Leute gelesen. Das war nicht geplant, sondern hat sich einfach ergeben. Und als ich dann meine Leser hatte, wusste ich nicht wie ich damit Geld verdienen kann. Eine liebe Leserin und Bloggerin mochte meinen Blog und hat mir dann gezeigt, wie man monetarisieren kann. Ich bin Agnes noch heute sehr dankbar dafür!

Ich finde mein Leben mit nur einem Kind manchmal schon ziemlich anstrengend. Wie bekommst du dein Leben mit deinen Zwillingen UND deinem Beruf gewuppt?

Gar nicht. Es herrscht ständig Chaos und ich bin ununterbrochen müde. Ich weiß nicht wie andere das so einfach schaffen, aber es bringt mich schon sehr an meine Grenzen. Ich hab da auch mal darüber gebloggt unter dem Titel: „Die Vereinbarkeitslüge„. Dabei muss ich sagen, dass ich einen dieser 50:50 Männer habe. Ich finde es trotzdem sehr fordernd…

Die Bilder von dir und deinem Mann auf dem Blog sprechen Bände und man erkennt wie viel Spaß ihr dabei habt. Wie viel Witz und Humor braucht man, um den Alltag mit Zwillingen gut zu überstehen?

Viiiiieeeel! 🙂 Ich glaube ohne Humor würde man das gar nicht packen. Ich meine was soll ich machen? Mich ärgern und schimpfen? Da ists doch immer besser zu lachen statt sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Ich muss sagen, dass ich meinen Mann auch wegen seines Humors geheiratet habe. Wir haben echt viel Spaß, denn er macht das Leben leichter…

Und ein noch letztes Szenario:

Du und dein Mann habt Kinderfrei. Ihr wisst die beiden sind gut aufgehoben und ihr habt ganze 24 Stunde nur für euch allein? Wie würde dieser Tag aussehen?

Leider haben wir das so gut wie nie. Aber ich würde in den Wellnessbereich eines netten Hotels gehen, mich massieren lassen, ein wenig im Außenpool mit dem Göttergatten planschen und Abends gut essen. Vielleicht ein gepflegter Geschlechtsverkehr und spätestens um 22 Uhr würden wir glückselig schlafen 😉

Liebe Anneliese, danke für dieses herzerfrischende Interview. Das letzte Wort gehört ganz allein dir. Hier kannst du alles sagen was du schon immer mal loswerden wolltest.

Hm… Kinder sind verdammt anstrengend. Zwillinge erst recht. Wir Mütter müssen lernen, dass wir damit umgehen können nichit alles perfekt zu machen. Ich sehe es in meinem Blog als Aufgabe, dass ich auch die chaotischen Seiten zeige. Ich denke, dass es wichtig ist, dass andere Mütter sehen, dass nicht alles nur perfekt ist. Ich hoffe, dass mir das auch ein wenig gelingt! 🙂

Die tollen Fotos entstammen:  www.pressthebutton.at