Viele werden es schon mitbekommen  haben, aber der Tot meiner Oma Anfang diesen Jahres, war der vierte Todesfall in den letzten zwei Jahren innerhalb unserer Familie. Drei Onkel sowohl mütterlicher, als auch väterlicherseits mussten vor ihr gehen und nun auch meine geliebte Oma.

Meine Oma war eine sehr starke Frau. Sie hatte eine schreckliche Kindheit, floh als Jugendliche vor ihrem Vater und verlor Zeit ihres Lebens 4 Kinder. Eines davon als Baby, ein weiteres als Jugendlicher und zwei andere im hohen Alter an Krankheit und Ärztepfusch. Nichts mehr hätte ich ihr gegönnt als eigene Gesundheit. Doch nach den zwei letzten Todesfällen ihrer Söhne, brach sie sprichwörtlich auseinander. Sie baute innerhalb kürzester Zeit verständlicherweise sehr schnell ab.

Ich, als ihr jüngstes Enkelchen, hatte immer eine besondere Beziehung zu ihr.

Klar, wir stritten auch und ich fand nicht alles toll was sie machte, aber ich war ihr kleines Mädchen und sie gab mir auch noch mit fast 30 Jahren jeden Monat ein kleines Taschengeld. „Das bleibt aber unter uns. Du machst so viel und hast so wenig für dich. Steck das Geld ein!“ Jeder Versuch ihr das Geld wieder unterzujubeln scheiterte und so war ich einfach dankbar. Sie war die erste aus der Familie, der ich von meiner Schwangerschaft verkündete. Auch war sie die erste, die ich in schweren Zeiten anrief. Sie hatte zwar meistens keinen Tip, aber alleine zu wissen das ich ihr „kleines Mädchen“ war und sie mitgefühlt hatte, tat mir manchmal einfach gut.

Auch wenn sie mir die nahestehendeste Person war die in den letzten Jahren gestorben ist, war ihr Tot weitaus weniger schlimm, als ich vorher dachte. Ich war bei ihr, wenn auch nicht im selben Raum, aber wir waren mehr oder weniger alleine und ich konnte nochmal das Vater-unser für sie beten und ihr meine Dankbarkeit ausdrücken.

Meine Oma war eine tolle Köchin. Sie kannte viele Tricks und Kniffe und oftmals rief ich sie an, um etwas nachzufragen. Sie hatte auch einen ganz besonderes Tip. Eine Art Geheimzutat: Zwiebackbrösel.

Vielleicht kennen einige von euch Nudeln mit Bröseln?

Nudeln und Zwiebackbrösel war in meiner Kindheit eines meiner Lieblingsgerichte. Der Zwieback wurde gerieben und mit allerhand Butter in der Pfanne leicht angeschwitzt. Anschließend kam er über die gekochten Nudeln. Mittlerweile ersetze ich bei fast allem, wo normalerweise Paniermehl hinzu kommst, einfach (gebutterte) Zwiebackbrösel. Es gibt eine ganz tolle und leichte süßliche Note und eine noch schönere Farbe.

Wenn ich Schnitzel panieren, nehme ich daher nicht 100% Paniermehl, sonder nehme nur die Hälfte an Paniermehl und als andere Hälfte oftmals Zwiebackbrösel. Zum Teil  auch Hackfleischbällchen, diese schmecken mit Zwiebackbrösel ganz lecker. Oder aber bei Grießschnitten, diese tauche ich ausschließlich in Zwiebackbrösel und nicht in Paniermehl.

In diesem Sinne, einen freudigen Gruß und ein herzliches Dankeschön in Richtung Himmel, zu meiner lieben Oma. Lasst es euch schmecken!

Alles Liebe! Eure Nina