Horrorvorstellung jeder Eltern: Ein Stromschlag beim Kind. An einem Elektrozaun. Ein bescheidenVor ein paar Wochen hatten Mini-Me und ich „Hund-frei“. Papa nahm an diesem Tag den Hund mit zur Arbeit und ich wollte Mini-Me einfach mal verwöhnen und ihn machen lassen worauf er Lust hatte: Laufrad fahren, Ball spielen und Pferde gucken stand auf dem Plan. Das der Elektrozaun plötzlich den ganzen Tagesablauf durcheinander brachte, dachte ich bis auch dato nicht. 

Ich schnappte mir also das Kind samt Ball und wir gingen in Richtung des Sportplatzes. Der Weg dorthin führt an einer kleinen Pferdekoppel vorbei, was ich zum Anlass nahm direkt mal dort zu halten.

Oft ist bei den Spaziergängen unser Hund dabei, weswegen wir nicht besonders nah an die Pferde ran können.

Wir stellten uns direkt vor den Zaun.

Die Pferde kamen ganz gemütlich zu uns her getrabt. Ich ging behutsam mit meiner Hand in Richtung des Pferdes und streichelte es. Ich redete ihm gut zu und hatte das Gefühl, dass es dem Pferd gefällt. Irgendwann wollte auch Mini-Me das Pferd streicheln. Langsam und bedacht nahm ich seine Hand und streichelte dem Pferd über die samtweichen Nüstern.

Plötzlich sah ich, wie ein Nachbarskind mit ihrer Mutter in unsere Richtung gelaufen kam. Das Mädchen befreite sich aus dem Kinderwagen und kam zu uns gerannt. Da das Kind kein Deutsch versteht und die Mutter meterweit entfernt war, versuchte ich zusätzlich auch auf sie ein Auge zu haben. Ich versuchte sie also vom Elektrozaun fern zu halten und zog sie etwas beiseite. Kurz darauf kam die Mutter des Kindes. Ich hatte in diesem Augenblick kein Auge auf meinen Sohn und war plötzlich vollkommen erschrocken, als ich einen vermeintlichen Tritt im Rücken spürte.

Erstaunt und ahnungslos schaute ich hinter mich.

Doch da war niemand. Ich fragte die Mutter des Mädchens, ob das Kind mir eben gerade gegen den Rücken getreten hatte, oder was passiert sei. Die Mutter wunderte sich und sagte, dass ich wohl einen Stromschlag bekommen habe. Anfangs konnte ich das nicht glauben, denn der Schlag fühlte sich nicht an wie ein Schlag, sonder vielmehr wie ein sehr starker Pferdetritt.

Die Nachbarin lachte und fragte mich wie es mir ginge.

Lustig fand ich das ganze wirklich nicht. Ich konnte mich anfangs gar nicht konzentrieren, denn ich war dermaßen perplex, dass ich keine Gedanken für irgendwas hatte. Mir tat der Stromschlag nachträglich im Rücken super doll weh, ebenso wie mein rechter Arm.

Nach ein paar Minuten begriff ich, dass wohl Mini-Me gegen den Zaun gegriffen haben muss und da ich seine Hand hielt, bekam ich den Stromschlag ab. Mini-Me ging es zwar gut, doch für unsere weitere Spazierrunde hatte ich so gar keine Lust mehr. Wir gingen also nach Hause und dort rief ich erstmal unsere Hausärztin an und fragte sie, ob sie denkt wir müssten mal zum abchecken kommen sollten? Da der Schlag nun wirklich heftig war und mein Arm auch noch schmerzte, plädierte sie dazu ein EKG zu machen. Sowohl bei mir als auch bei Mini-Me, da der Strom ja auch durch ihn geflossen sein muss.

Stromschlag beim Kind – bitte nie wieder!

Das EKG war Gott sei Dank unauffällig und auch das Herz schlug gleichmäßig. Sowohl bei Mini-Me als auch bei mir. Darüber war ich natürlich sehr glücklich, geschockt war ich allerdings erstmal noch. Das ein Elektrozaun dermaßen stark ist, hätte ich wirklich nicht gedacht.

Für Mini-Me und mich was es also eine große Lehre. Obwohl ich die ganze Zeit dachte, dass er keinen Stromschlag gespürt hatte, hat er mir im Anschluss darauf gesagt, dass er auch Aua hatte und ist seit diesem Tag wirklich sehr achtsam was solche Zäune anbelangt. Seit diesem Tag, spielt er fast täglich die Szenen nach und weiß ganz genau, dass er nicht dagegen fassen soll.

Hattet ihr oder eure Kinder auch schon mal die Bekanntschaft mit einem Stromschlag?

Alles Liebe
Nina