Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Und so musste ich mir nach einer längeren Krankheitsphase von Mini-Me, in der er kaum bis gar nicht mit anderen Kindern spielen konnte etwas einfallen lassen. Ich hatte das Gefühl, dass ihm das Spielen mit anderen Kindern wirklich gut tun würde, doch wegen der Ansteckungsgefahr blieben wir allein zuhause. Tagelang… Für mich, aber auch für Mini-Me keine allzu angenehme Situation.

Eines Tages, hatte ich dann eine tolle Idee, wie ich Mini-Me zwar keine realen Freunde, dafür aber eine echt tolle Zeit mit seinen Freunden bescheren konnte, ohne das diese im selben Raum wie wir sein mussten.

Ich begann mir schlicht und ergreifend Geschichten auszudenken. Sogenannte „Pups-Geschichten“. Pups deshalb, weil Mini-Me das Wort Pups zu der damaligen Zeit einfach toll fand und weil Pups der Nachname jedes einzelnen Freundes in meinen ausgedachten Geschichten für Mini-Me ist. Aus datenschutzrechtlichen Gründen habe ich die Vornamen einfach mal geändert. Die Geschichte an sich könnte aber gut und gern wie folgt aussehen:

Lasse Pups und Nele Pups auf dem Weg ins Schwimmbad

„Eines Tages, als Lasse Pups (aka Mini-Me) schon ziemlich müde war, klingelte es an seiner Haustür. Nele Pups (aka Mini-Me‘s Freundin) stand vor der Tür und wollte mit Mini-Me ins Schwimmbad fahren. Plötzlich war Lasse Pups gar nicht mehr müde. Also zogen Lasse Pups und Nele Pups los, schnappten sich ihre Laufräder und fuhren Richtung Schwimmbad. Doch plötzlich blieben die beiden stehen, denn Lasse Pups hatte seine Schwimmflügel vergessen…“

Mini-Me liebt unsere Pups-Geschichten. Mittlerweile übernimmt er zunehmend mehr die Regie und wirft während ich erzähle immer neue und oftmals ziemlich lustige Dinge ein, die ich in die Geschichte packen soll. Ich habe das Gefühl, dass er durch diese Geschichten auch besser Dinge verarbeiten kann. Als wir nämlich letztens das Thema Dinosaurier hatten, wollte er am Nachmittag bzw. am Abend unbedingt Dinosaurier-Pups-Geschichten hören. Ich habe ihm dann ganz unspektakuläre Geschichten von Dinosauriern erzählt, doch Mini-Me hat sie völlig zum Leben erweckt. Er ist in der Geschichte plötzlich auf ihnen geflogen und hat spannende und lustige Dinge mit ihnen erlebt.

Pädagogisch wertvoll?

Ebenso habe ich das Gefühl, dass wir uns aufgrund dieser Geschichten auch viel besser auf bevorstehende Anlässe einstellen können. Beispielsweise eine etwaige Eingewöhnung in den Kindergarten, einen Arzttermin, ein Fest oder oder.

Auch wenn es Situationen und Phasen im Leben gibt in denen beispielsweise keine anderen Kinder zu Besuch kommen können, er aufgrund einer Krankheit oder ähnlichem an einem Geburtstag nicht teilnehmen kann, wir ein bevorstehendes freudiges Ereignis absagen oder wir etwas traumatisierendes aufarbeiten müssen, sind solche ausgedachten Geschichten eine tolle Sache und geben die Möglichkeit Kindgerecht über Dinge zu reden. Denn zum Teil führt das Kind selbst die Regie und kann so Dinge die es belasten besser verarbeiten, meiner Meinung nach.

Alles Liebe! Nina