Lenny Lamb

Unser Kind hat kein eigenes Zimmer. Und meiner Meinung nach braucht er das auch noch nicht. Wie unsere Familien das finden, wie unser Sohn das findet und warum wir damit gut leben, erfahrt ihr hier:

Ich bin ja mittlerweile ehrlich gesagt der Meinung, dass ein Kind mit 1,2,3 oder 4 Jahren definitiv noch kein eigenes Zimmer braucht. Doch mit dieser Meinung, stehe ich in unserer Familie (fast) alleine da. Ein Teil der Familie findet nämlich, dass Mini-Me langsam aber sicher alt und groß genug, für sein eigenes Zimmer ist.

Früher hatte er ein Zimmer.

Da stand sein Babybett, eine Wickelkommode, ein Heizstrahler, ein Stillstuhl und ein kleiner Tisch. Doch in seinem Babybett schlief er nicht eine Nacht und mittlerweile ist das Zimmer einem reinen „Schlafzimmer“ gewichen. Ohne Spielsachen.

Denn die stehen im Wohnzimmer. Und das finde ich auch ok. Er muss nicht allein in „seinem“ Zimmer spielen, während ich in der Küche bin und koche oder aufräume, putze oder sonst was mache.

Seit knapp 3 Jahren schlafen der Kleine und ich demnach mit Lattenrost und Matratze auf dem Boden. Das war mir anfangs einfach sicherer. Der Kleine hat sich so oft gedreht hat und ist herum gekrabbelt, dass ich besorgt war, dass er – wenn er denn fällt – tief fällt und sich weh tuen könnte.

Ich finde, dass die  Gesellschaft es vorgibt, dass ein kleines Kind schon sein eigenes Zimmer „braucht“.

Ebenso, wie es angeblich ein Babybett, eine Wiege oder einen Schnuller braucht. Oder Kindergeschirr. Kindermüsli oder einen Kinderwagen für 1000€. Wie sieht es mit der Wickelkommode aus? Der Babybadewanne, den vielen Cremes und Lotions oder den Babysäften? 

Ist es wirklich wichtig, hilfreich oder gar notwendig für ein Kind und dessen Eltern, all die oben geschriebenen Dinge zu haben? Was haben unsere Vorfahren gemacht? Wie wurden unsere Großeltern nur ohne all den Schnickschnack groß?

Von meiner Oma weiß ich, dass sie damals selbst keine Wickelkommode zur Verfügung hatte. Und siehe da: Es hat auch funktioniert. Ihre Kinder wurden groß. Und ich denke, ihr hat es nicht gefehlt. Eine Decke wurde ausgebreitet und dort wurde das Kind gewickelt. Fertig. Praktisch. Einfach. Schnell.

Zurück zu den Wurzeln.

Unsere jetzige Zivilisation lässt in sozialen Gesichtspunkten oftmals zu wünschen übrig, findet ihr nicht? Die natürlichen Bedürfnisse werden zum Teil übergangen und Kinder sollen im Alter X, X-Dinge und bis X-zählen können… Sie sollen alleine einschlafen, mit 16 Jahren anfangen zu studieren und der Wirtschaft einen großen Nutzen bringe

Doch was brachen Kinder wirklich?Meiner Meinung nach brauchen sie vorrangig die Natur. Sie müssen fühlen, spüren, erfahren dürfen. Ohne Einschränkungen und ohne Ziel. Sie sollen Fehler machen, sie selbst korrigieren können und keine vorgefertigten Ziele gesteckt bekommen. Sie sollen als Teil der Familie betrachtet werden und nicht als Menschen ohne Stimme. Sie dürfen Teil des Ganzen sein und Mitsprache haben. Selbstwirksamkeit ist etwas wichtiges für Kinder.

Wenn sich ein Kind dann zum Beispiel (s)ein eigenes Zimmer wünscht und es den Eltern möglich ist ihm diesen Wunsch zu gewähren,  dann finde das völlig legitim.

Mein Sohn braucht und hat bisher wenig Interesse an (s)einem eigenen Reich, in das er sich zurück ziehen kann. Dafür gibt es in der Wohnung (oder im Haus) genügend andere Möglichkeiten. Viele Kinder haben hierfür eine Kuschelecke oder eine kleine Höhle,…
Außerdem sind Kinder in diesem Alter noch stark von der Umwelt abhängig und ich bezweifle, dass die Mehrheit der Kinder freiwillig über einen längeren Zeitraum, alleine sein möchte.

Wie seht ihr das? Haben eure Kinder ein eigenes Zimmer Und wenn ja, von Geburt an oder ab welchem Zeitpunkt?

Alles Liebe
Nina