Was bis vor kurzem noch kaum vorstellbar war, ist heute – Gott sei Dank – Realität. Mein Sohn ist im Kindergarten angekommen und ich habe morgens Zeit. Zeit für den Haushalt. Zeit für den Einkauf. Zeit für Erledigungen. Aber vor allem: Zeit für mich.
Nach knapp vier Jahren als Vollzeit-Mama, bin ich ehrlicherweise sehr dankbar etwas Abstand zu diesem 24 Stundenjob zu bekommen.

Ich vertraue den Erziehern/innen im neuen Kindergarten meines Sohnes vollkommen, denn ich fühle ihre Liebe zu den Kindern. Ich spüre die Begeisterung für ihren Beruf und sehe, wie mein Sohn dort aufblüht. Ich weiß, was für eine tolle Kindergruppe sich dort gefunden hat, wie umgänglich und entspannt die Kinder sind. Ich erkenne die Vorteile, die dieser Kindergarten mit sich bringt. Es gibt wirklich nichts, was ich an diesem Kindergarten auszusetzen hätte. Und das alles, obwohl ich vorher so bewusst und sicher Kindergartenfrei mit meinem Sohn gelebt habe.

Wie lebe ich nun mit dieser neuen und vollkommen anderen Art der Freiheit?

Eine Freiheit, die sich mittlerweile Freizeit nennt die sich wirklich frei anfüllt. Mein Kind weiß ich gut betreut und somit liegt die Verantwortung in dieser Zeit nicht mehr komplett auf mir. Ich spüre wie die Last dieses 24 Stundenjobs von mir abfällt und ich Zeit nur für mich habe.

Ich kann Dinge tun, die ich seit der Geburt meines Sohnes nicht mehr getan habe. Ich kann an andere Dinge denken, als nur an mein Kind. Ich kann mich ungestört mit Freundinnen treffen, völlig entspannt und mit richtig lauter Musik die Wäsche machen. Ich kann Dinge tun, die in den letzten Jahren völlig auf der Strecke geblieben sind. Aber vor allem kann ich eins: ich kann mich um mich kümmern!

Denn nur wenn ich mich um mich selbst gut genug kümmere, kann ich mich auch um mein Kind angemessen kümmern.

Selbstfürsorge ist einer der wichtigsten Punkte beim Thema Elternschaft. Denn wenn es mir selbst gut geht, kann ich das auf mein Kind ausstrahlen und ihm ein gutes, gesundes Vorbild sein.

Leider ließ es mein Gesundheitszustand im letzten Jahr nicht immer zu, dass ich Kraft für meinen Sohn hatte. Viele Faktoren spielten hierbei eine Rolle. Eine jedoch, die mir erst zunehmend klar wird ist die, dass ich so gut wie keine Zeit für meine eigenen Belange hatte. Dies lag primär an mir selbst, da ich ein tiefes Bedürfnis verspürte meinem Kind alles und damit meine ich wirklich fast alles, zu geben. Ich hatte eine falsche Vorstellung und wurde mir dieser erst im letzten Jahr bewusst.

Doch mittlerweile haben sich sowohl mein Sohn als auch ich an die neue Situation gewöhnt. Wir können sehr gut ohne einander. Trotzdem vermissen wir uns aber auch wenn der jeweils andere mal über einen längeren Zeitraum nicht da ist.

So nutze ich die Stunden wenn er im Kindergarten ist, um meine Akkus wieder zu füllen. Mir ist klar, dass dies nicht unbedingt von heute auf morgen geschieht und ggf. ein paar Wochen oder vielleicht Monate in Anspruch nehmen kann, doch das ist vollkommen ok. Die Arbeit muss warten, denn nur ein gesunder Mensch kann gute Arbeit leisten. Ganz egal ob als Mutter, als Köchin, als Bürokraft oder als Krankenschwester.

Kennt ihr solche Phasen in eurem Leben?

Alles Liebe.
Nina