Frisch gebackene Eltern haben in der Regel kaum bis nur sehr vage Vorstellung, wie das Leben mit Säugling wohl sein wird. In der Schwangerschaft wird dann meist auch das erste Bettchen fürs Baby gekauft, mit der Intention, dass ein Neugeborenes doch wohl sein eigenes Bett braucht. Doch wer sagt, dass ein Kind wirklich ein eigenes Bett braucht? 

In meinem Fall, lag mein Sohn nicht einmal eine Stunde seines Lebens in einem eigenen Babybett. Er hatte anfangs ein eigenes Kinderzimmer, indem ein Stillstuhl, sein Babybett, die Wickelkommode und etwas Spielzeug lagen. Doch geschlafen hat er von Anfang an fast nur bei uns Eltern. Anfangs bin ich zwar noch jede Nacht in sein Zimmer und habe ihn dort brav gestillt und danach gewickelt, doch irgendwann siegte die Müdigkeit und ich stille Mini-Me nur noch in meinem Bett. 

Mini-Me ist mittlerweile 4,5 Jahre alt.

Er kennt es weder in einem eigenen Bett zu liegen, noch alleine im Familienbett einzuschlafen. Beides nervt mich zeitweise zugegebenermaßen, doch denke ich an die Dauer, in der er das alles einfordert und meiner Meinung nach auch essenziell braucht, erkenne ich wie gering dieser Aufwand für mich ist. Einem Kind, und dann noch seinem eigenem all die Liebe zu geben die es braucht, sollte meiner Meinung nach zum Hauptbestreben einer jeder Mutter bzw. eines jeden Vaters sein. 

Ich gebe ehrlicherweise aber auch nicht jeden Abend hundert Prozent. 

Es gibt Abende, da bin ich einfach nur geschafft und müde vom Tag. Da möchte ich weder lesen, noch mir Geschichten ausdenken. An solchen Tagen wird dann lediglich zusammen gebetet und Gott für die vielen schönen Dinge die er geschaffen hat gedankt. Für mehr, bringe ich dann aber meistens keine Kraft mehr auf.
Es gibt aber auch Momente, in denen ich mir denke, wie einfach und bequem es doch wäre, wenn Mini-Me einfach alleine ins Bett gehen und einschlafen würde. 

Doch denke ich dann an meine eigene Kindheit, erinnere ich mich, dass ich selbst auch lange Zeit bei meinen Eltern im Bett geschlafen habe. Zudem ist ja nicht jeder Abend gleich und oftmals habe ich am Ende des Tages auch noch Energie und möchte Mini-Me liebevoll beim einschlafen begleiten.

Doch wie lange soll dieser Zustand anhalten und wann sollte mein Sohn in ein eigenes Bett umziehen? 

Wir Eltern leben seit einiger Zeit getrennt. Mini-Me verbringt 50% der Zeit bei seinem Vater und 50% bei mir. Bei seinem Vater hat der Kleine zwar sein eigenes Zimmer, jedoch ohne eigenes Bett und so schläft er weiterhin mit ihm im 2,40m-Familienbett. Bei mir, hat er aus Platzgründen, bisher kein eigenes Zimmer und so teilen wir uns auch ein eigenes Bett. 

Da ich aber wieder auf Wohnungssuche bin und zudem über die Zeit gemerkt habe, dass ein eigenes Zimmer einem Vierjährigen schon sehr gut tut, sollte die neue Wohnung mindestens ein eigenes Kinderzimmer für Mini-Me bereit halten. In das Zimmer würde ich auch wenigstens eine Matratze, wenn nicht sogar ein Bett stellen, sodass ich auch mal auf eine andere Option ausweichen kann. Denn es gibt auch Nächste in denen ich gern mal ein paar Stunden für mich hätte. Mini-Me würde dann in seinem Bett einschlafen und könnte dann jederzeit wieder zu mir in mein Bett kommen. 

Ab wann braucht ein Kind sein eigenes Bett? Was meint ihr? Wie habt ihr das gehandhabt?

Alles Liebe! Nina