Wie funktioniert eine Fernbeziehung mit Kind? Oder eher: Kann sowas überhaupt klappen? Wie regelt man den Schul- und Kindergartenalltag, wie stellt man sich auf ein zeitweisen Leben weit weg von der Heimat ein und mit welchen Problemen man konfrontiert wird, erzähle ich euch heute.

Seit einigen Monaten habe ich einen neuen Partner an meiner Seite. Obwohl wir uns im im Internet kennen gelernt, war mir die Tragweite einer Fernbeziehung nur im Ansatz klar. Verliebtsein, Schmetterlinge im Bauch und das Gefühl, dass wir alles schaffen können, haben die weite Distanz gefühlt zumindest geschmälert. Doch wie ist das Leben als Alleinerziehende mit Kind und Hund – und nun auch mit Fernbeziehung?

Unser Alltag während meiner Fernbeziehung mit Kind

Zugegeben, so einen richtigen Alltag finde ich nicht. Nach und nach erkenne ich die Schwachstellen im System Fernbeziehung mit Kind. Was anfangs noch durch die rosarote Brille schön geträumt werden konnte, ist mittlerweile meist stressig und so gar nicht romantisch mehr.

Dinge wie der hohe Spritverbrauch, lange Wegstrecken, kein richtiger Alltag und recht wenig Routine folgen Dingen, die gerade für Mini-Me nur schwer zu kompensieren sind. Als Mutter hat man eine große Verantwortung und muss sich größtenteils um die Belange und das Wohlergehen des Kindes kümmern, was viele Dinge einfach noch schwerer macht. Man kann nicht mehr leichtfertig Dinge entscheide, sondern muss klare und feste Strukturen für sich und sein Kind schaffen. Deshalb sind Rituale und feste Bestandteile wie der Besuch des Kindergartens, Arbeit, Freunde und Gemeinsamkeiten ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben.

Kein Rückzugsort für Mini-Me

In der Wohnung meines Lebensgefährten hat Mini-Me logischerweise kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort und auch sonst wenig Spielzeug. Auch wenn ich immer mal wieder Spielzeug mit dorthin nehme und es auch von Zeit zu Zeit wieder austausche, kann man es natürlich nicht mit zuhause vergleichen.

Auch das er bei meinem Partner noch keine Freunde gefunden hat und ein ganz anderes Leben führt wie zuhause ist auch klar. Nach und nach lernt er zwar Nachbarskinder kennen, doch so richtig angekommen sind wir beide (noch) nicht.

Aber nicht nur für mich und meinen Sohn sind die Umstände schwierig. Mein Partner steht plötzlich auch vor – sagen wir mal – interessanten neuen Herausforderungen. Plötzlich turnt da ein viereinhalb jähriger kleiner Junge durch die Wohnung. Was ja schon ziemlich neu für einen Single ist… Wäre da aber nicht auch meine alte Seniorhündin, die und das muss ich dazu sagen, früher eigentlich nie in die Wohnung gemacht hat, aber bei meinem Partner plötzlich gefühlt alle paar Tage in die Wohnung kackt…

Das hatte ich mir aber anders vorgestellt…

Und damit spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Partner. Denn weder er noch ich, können aufgrund der Kilometer die zwischen uns liegen einen richtigen Alltag aufbauen. Wir schaffen es derzeit zwar uns wöchentlich zu sehen, doch das Ganze hat eben oftmals mehr Tücken als wir vorher dachten. Wenn ich über einen längeren Zeitraum bei ihm bin, vermisse ich meine Freunde. Bin ich zuhause, vermisse ich meinen Partner. Gut, dass ist zugegeben meckern auf hohem Niveau, nichtsdestotrotz kann eine Fernbeziehung auf Dauer ziemlich anstrengend werden.

Wo die Liebe hinfällt…

Mit Gott im Zentrum, viel Liebe und Verständnis für die Bedürfnisse und Belange des anderen und einfach einem Wohlwollen, ist eine Fernbeziehung aus meiner Sicht und in meinem Fall definitiv möglich. Probleme kann es genauso geben, wie wenn der Partner beispielsweise direkt um die Ecke wohnt. Daher akzeptieren wir für den Moment die Umstände, machen das Beste daraus und freuen uns auf die Zukunft.

Alles Liebe. Nina.