Ist es nicht schön?! Da ist es abends wieder länger hell, man kann die Sonnenstrahlen nun noch länger genießen, die Wärme der Sonne küsst die noch zarte helle Haut und doch ärgern wir Eltern uns über die leidige Zeitumstellung.

Wie glücklich war ich, als vor Jahren die Abschaffung der Zeitumstellung beschlossen wurde. Denn nicht nur dem Rhythmus meines Kindes macht die halbjährliche Änderung einen kleinen Strich durch die Rechnung, sondern auch mir. Ich brauche immer ein paar Tage, bis sich mein Körper an die neue Zeit gewöhnt hat.

Da steht man morgens auf und ist ganz verwundert, wieso sich das eigene Zeitgefühl plötzlich anders anfühlt. Ein Blick auf die Uhr verrät: die Zeit wurde mal wieder umgestellt. Und ich habe es wohl ganz vergessen. Ob ich die Uhr nun direkt, oder doch lieber später umstelle, stellt sich mir mittlerweile gar nicht mehr, denn ich versuche so schnell wie möglich alles auf die neue Zeit zu stellen, damit sich mein ganzer Mensch so schnell es geht an die neue Zeit gewöhnt.

Doch so schnell ich sämtliche Uhren auch umstelle, die innere Zeit braucht ein paar Tage um sich umzustellen.

Leider wird mein Tag damit auch länger, denn nun können wir nicht mehr wie gewohnt ins Bett gehen, weil es draußen einfach noch viel zu hell ist. Also müssen Alternativen her. Zugegeben, die ersten Tage waren eine Herausforderung. Denn nicht nur der Tag wurde aufgrund der Zeitumstellung länger, sondern wir waren auch noch in Quarantäne und hatten somit den lieben langen Tag einfach nichts zu tun.

Also dachte ich mir Bastelprojekte aus, kaufte neues Spielzeug und versuchte die Zeit so sinnvoll es geht zu nutzen. Aber seien wir mal ehrlich, jeder der schon mindestens einmal in Quarantäne gewesen ist weiß, dass sinnvoll tatsächlich irgendwann keinen Spaß mehr macht. Deshalb begnügte sich mein Kind nach ein paar Tagen hauptsächlich mit seinem Tablett und ich kümmerte mich um meine Belange. Nicht gerade pädagogisch wertvoll, aber immerhin konnte ich auch auf mich schauen. Dinge tun, die mir gut tuen. Wie oft kommt man als Mutter und gerade als Alleinerziehende zu kurz? Auch wenn ich in diesen Tagen ein schlechtes Gewissen hatte, dass mein Sohn verhältnismäßig viel Zeit am Tablett verbracht hat, war es im Nachhinein okay.

Denn außergewöhnliche Umstände, benötigen eben auch außergewöhnliche Lösungen. Neue Wege einschlagen, ohne Druck Dinge ausprobieren und zur Not wieder zurückrudern. All das ist okay. Ob nun nach der Zeitumstellung, während der Quarantäne oder bei besonderen Lebensumständen.

Alles Liebe. Nina.