Schon vor der Trennung vom Vater meines Sohnes, hatte ich Respekt und auch Angst vor dem allein sein. Ich bin weder gern allein, noch bin ich gern alleinerziehend. Ich teile die Freude und das Leid in meinem Leben gern. Doch was, wenn da plötzlich keiner mehr ist. Kein Partner. Keine Freundin. Keine Familie. Was, wenn man nicht nur sinnbildlich, sondern plötzlich ganz real Mutterseelenallein ist?

Was Einsamkeit in einem Menschen auslösen kann, ist mir am eigenen Leib widerfahren. Denn nicht nur seitdem ich Alleinerziehend bin, fühle ich mich einsam. Schon während der langjährigen Beziehung zum Vater meines Kindes, gab es viele Stunden, Wochen, Monate und am Ende sogar Jahre, in denen ich mich sehr einsam gefühlt habe. Es war Situationen in denen ich ignoriert wurde, in denen mir Liebe entzogen und in denen ich beschimpft wurde.

Zeiten, die damals sehr schlimm für mich waren. Denn wenn eine Beziehung von Distanz dominiert wird, geht es beides Partnern meist nicht gut damit.

Doch zugegeben war all das nicht so schlimm, wie die Einsamkeit als Alleinerziehende.

Denn plötzlich fällt nicht nur der Partner weg, sondern gefühlt auch der Rest des Lebens. Angefangen bei meiner besten Freundin, weiter über den Alltag der u.a. aufgrund der Corona-Pandemie auch nicht mehr der selbe ist, hin zu meiner Gesundheit, die durch die Geschehnisse der letzten Jahre und der Einsamkeit ziemlich gelitten hat und noch immer leidet, hin zur familiären Situation, die praktisch nicht gegeben ist, da einfach keine wirkliche Familie da ist.

Und während ich das schreibe, werde ich traurig.

Traurig über mein Leben. Traurig über die Umstände. Ich frage mich, was das alles für einen Sinn hat. Aufgrund meiner Gesundheit bin ich oftmals stark eingeschränkt und führe kaum noch ein glückliches Leben. Es fühlt sich eher an als würde ich überleben, anstatt zu leben. Es fehlt an Perspektiven, an Freude und Spaß. Und allen voran an Sicherheit. Es fehlt an Menschen, die ihre Worte halten, die zu ihrem Wort stehen.

Verletzungen und Enttäuschungen gab es in den letzten Jahren zur Genüge. Manchmal frage ich mich wie ich die kommenden Tage, Wochen, Monate überstehen soll. Und merke, dass ich nichts in der Hand habe. Ich habe weder das Wetter im Griff, noch die Umstände in meinem Leben. Ich weiß nie wer in mein Leben kommt, oder wer es verlässt. Ich weiß nur: ich muss (lernen zu) vertrauen. Vertrauen auf Gott. Darauf, dass alles gut wird. Auch und gerade dann, wenn ich den weiteren Weg nicht sehe. Ich muss stark sein für mein Kind. Muss ihm ein gesundes Leben ermöglichen. Er darf nicht unter meinem Leid leiden. Deshalb muss ich mich täglich mit guten Dingen füllen.

Aufbauende und ermunternde Worte tuen so gut.

Doch was, wenn es kaum jemanden gibt, der einem damit Mut zuspricht? Was, wenn man das Gefühl hat, dass die Kraft gerade schwindet?

Mir hilft in solchen Zeiten oftmals das Gebet. Aber auch Predigten, oder generell die Bibel – das Wort Gottes, mit all seinen guten Verheißungen. Manchmal sind es Gespräche mit meiner Therapeutin, mal ist es die Sonne. Mal ist es das Dankbarkeits-ABC, manchmal ist es das nachdenken über die Dinge, die Gott in meinem schon bewirkt hat. Über Sachen, die wie ein Wunder plötzlich geschehen sind und bei denen ich vorher nicht für möglich gehalten hätte, dass sie passieren.

Das Leben ist nicht immer schön und oftmals für viele von uns eine regelrechte Last. Nicht jeder hatte ein gesundes Elternhaus, eine geschützte Kindheit. Ist mit körperlicher oder seelischer Unversehrtheit gesegnet.

Doch egal wie unsere Umstände aussehen, wir sollten immer bedenken, dass Wunder zu denen kommen, die an sie glauben.

Falls du in einer ähnliches Situation steckst, möchte ich dir Mut zusprechen. Vertraue nicht auf die Umstände oder dein eigenes Urteilsvermögen. Denn das ist von Gefühlen und Erfahrungen geprägt. Vertraue darauf, dass es einen gute Weg gibt. Das Dinge passieren müssen, damit wir etwas verändern. Und auch wenn es schmerzhaft ist und sich mit mit Sicherheit auch ungewohnt anfühlt, ist es noch lange nicht schlecht.

Denk an die Geburt deines Kindes. Die schmerzhaften Wehen mussten sein, damit das neue Leben beginnen konnte. Und so ist Leid, immer auch eine Chance für einen Neuanfang.

Alles Liebe. Nina.